„Wir haben Existenzangst“

Veranstalter schlagen Corona-Alarm: Branche droht der „Todesstoß“

Im Vordergrund ist der besorgt drein blickende Präsident vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), Jens Michow, zu sehen. Im Hintergrund hat eine Frau einen Schirm aufgespannt, auf dem „Rettungsschirm klemmt!“ zu lesen ist.
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Jens Michow, Präsident vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), spricht vom „Todesstoß“ für eine ganze Branche, sollten Veranstaltungen Corona-bedingt reihenweise abgesagt werden. (kreiszeitung.de-Montage)

Da die Corona-Infektionszahlen unaufhaltsam steigen, sollen Kontakte reduziert und Veranstaltungen abgesagt werden. Droht Veranstaltern dann der finanzielle Ruin?

Berlin – Obwohl die Pandemie weiterhin vorherrscht, werden zunehmend wieder Konzerte, Tagungen oder Weihnachtsmärkte angekündigt. Ob diese letztendlich auch in der geplanten Form veranstaltet werden können, scheint aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen ungewiss. Nicht zuletzt das Robert Koch-Institut (RKI) hatte gefordert, große Veranstaltungen bundesweit abzusagen und soziale Kontakte zu meiden. Doch was würde dies für die entsprechenden Branchen bedeuten?

Interessenvertretung:Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute
Präsident:Wilfried Thal
Gründung:1952

Corona-Krise zwingt Veranstalter bundesweit in die Knie – RKI-Empfehlungen für ganze Branche nicht nachvollziehbar

Aus Sicht der Veranstalter in den unterschiedlichsten Bereichen würden erneute Einschränkungen respektive Corona-bedingte Absagen für viele Unternehmen das Aus besiegeln. In diesem Zusammenhang spricht der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) vor einem drohenden „Todesstoß“

Die Empfehlungen des RKI, aber auch der einzelnen Bundesländer, Veranstaltungen zu schließen, seien nicht nachvollziehbar. „Wir wären auch notfalls bereit, von unseren Besuchern die Vorlage eines aktuellen negativen Schnelltests zu verlangen, also 2G plus anzuwenden“, heißt es vom BDKV-Präsident Jens Michow gegenüber der dpa.

„Wir haben Existenzangst“: Schausteller sehen sich wegen Corona mit finanziellem Ruin konfrontiert

Und auch die zahlreichen Schausteller und Messerveranstalter sind angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen alarmiert. Die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft hatte bereits von finsteren und ungewissen Aussichten für eine ganze Branche gesprochen. Eben jene Bundeskonferenz will am Dienstag, 16. November 2021, in einer online stattfindenden Pressekonferenz über die Folgen der nunmehr ausgelaufenen Corona-Wirtschaftshilfen informieren.

Wir sind höchst alarmiert, wir haben Existenzangst.

Schausteller-Präsident Albert Ritter spricht gegenüber der dpa über die Corona-Gesamtsituation seiner Branche

Vor allem die Weihnachtsmärkte, die nach einjähriger Zwangspause auch in Bremen und Niedersachsen ihr Comeback feiern, seien nun die wichtigsten Einnahmequellen. Und nach den Wintermonaten würde auch schon wieder die Kirmes-Saison beginnen. Ritter macht keinen Hehl aus der finanziell prekären Lage der ganzen Branche: „Wenn für Symbolpolitik die paar Weihnachtsmärkte geschlossen werden, müssen Überbrückungshilfen her“.

Vierte Corona-Welle lässt reihenweise Aufträge wegbrechen – Verlängerung der Hilfsprogramme gefordert

In einem Brief an den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach schreibt Ritter, dass die Familienbetriebe finanziell am Ende seien. Dies weiß der Schausteller-Präsident auch zu konkretisieren. „Die Altersrückstellungen sind aufgebraucht, Lebensversicherungen gekündigt, die Konten leer beziehungsweise überzogen“.

Auma, der Verband der deutschen Messewirtschaft, warnt jedoch vor Aktionismus. Denn „die Rezepte des vergangenen Winters schmecken nicht mehr“, sagt Verbandschef Jörg Holtmeier. Angesichts der Impfquoten unter Erwachsenen sei die RKI-Empfehlung, pauschal jegliche Veranstaltungen der nächsten Monate abzusagen, kaum mehr nachvollziehbar.

„Die vierte Corona-Welle ist da, Veranstaltungen und Aufträge werden storniert, Arbeitsplätze fallen weg und die Einnahmen sinken erneut beziehungsweise brechen komplett weg“, merkt auch die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft mit an. Die Hilfsprogramme wiederum seien aber bereits am 31. Dezember ausgelaufen. Deswegen wird eine Verlängerung gefordert – so schnell wie möglich, um den Super-GAU für eine ganze Branche doch noch abwenden zu können. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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