Drei Tote, 50 Verletzte

Erschreckende Unwetter-Bilanz  

Offenbach - Mindestens drei Tote, mehr als 50 Verletzte und Sachschäden in unbekannter Höhe - so lautet die vorläufige Bilanz der Unwetter seit Freitag. In dieser Woche werden weitere Gewitter erwartet.

Nach einem ungewöhnlichen heftigen Gewitterwochenende mit 365 000 Blitzen über Deutschland ziehen in den nächsten Tage weitere Unwettern auf. Vor allem nachmittags müsse täglich mit teils kräftigen Gewittern, Starkregen, Sturmböen und örtlich auch Hagel gerechnet werden, hieß es am Montag beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Seit Freitag kamen bei den Unwettern mindestens drei Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. Umgestürzte Bäume und durch Blitzschlag verursachte Brände verursachten schwere Sachschäden. Lebensgefahr besteht, weil ein Blitzschlag eine Stromstärke bis zu 40 000 Ampere erreichen kann und die Luft im Blitzkanal rund 30 000 Grad heiß wird. Jedes Jahr werden in Deutschland nach Angaben des DWD 40 bis 50 Menschen direkt oder indirekt von einem Blitz getroffen, einige tödlich.

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Der Zustand einer in Nordhessen von einem Blitzschlag getroffenen Golferin war am Montag weiter kritisch. Drei Frauen im Alter von 41 bis 67 Jahren waren bei dem Unglück am Freitag auf der Golfanlage Waldeck nahe Korbach ums Leben gekommen, die 50-Jährige überlebte schwer verletzt. Sie hatten vor dem Sommergewitter in einem Holzunterstand Schutz gesucht, in den der Blitz einschlug. Der Unterstand gehörte zu den höchsten Punkten in der näheren Umgebung.

Nach dem verheerenden Blitzschlag auf einem Festivalgelände im sächsischen Roitzschjora mit 51 Verletzten wurde am Montag noch ein Gast auf der Intensivstation betreut. Der 35-jährige Mann aus Polen sei am schwersten verletzt worden, sagte die leitende Notärztin Ellen Mack. Am Montag wurden insgesamt noch sechs Patienten im Krankenhaus behandelt. Das Unglück geschah in der Nacht zum Sonntag beim Heavy-Metal-Festival „With Full Force“.

Ein umgestürzter Baum legte stundenlang den Bahnverkehr in Schleswig-Holstein teilweise lahm. Einige tausend Fahrgäste und rund 90 Züge waren bis Montag von Verspätungen und Ausfällen betroffen, wie eine Sprecherin der Bahn am Montag sagte. Ein Blitz setzte ein Einfamilienhaus in Sievershütten am Sonntagabend in Brand. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Dachstuhlbrandes auf das gesamte Haus verhindern.

Die heftigen Gewitter vom Wochenende wurden von einer Luftmassengrenze verursacht, die am Samstag und Sonntag diagonal über Deutschland lag und schwüle Hitze von frischer Meeresluft trennte. Der Westen und Nordwesten blieben von Gewittern verschont.

dpa

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