Nach Todesfällen

Uniklinik Frankfurt stoppt Herzverpflanzungen

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Ein Schild vor dem Universitätsklinikum in Frankfurt am Main weist Patienten und Besuchern den Weg. 

Frankfurt/Berlin - Herztransplantationen sind kompliziert. Nach dem Tod einiger Patienten zieht die Universitätsklinik Frankfurt nun Konsequenzen - wenn auch nicht ganz freiwillig.

Nach mehreren Todesfällen transplantiert das Universitätsklinikum Frankfurt keine Herzen mehr. Drei der vier Patienten, die hier in den vergangenen zwei Jahren ein neues Herz bekommen haben, sind gestorben.

Das Uni-Klinikum schickt seine Patienten künftig an die Kerckhoff-Klinik im hessischen Bad Nauheim.

Der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen hatte die Reißleine gezogen. Man habe dem hessischen Gesundheitsministerium mitgeteilt, "dass eine Zielvereinbarung zur Verbesserung der Ergebnisqualität bei Herztransplantationen nicht eingehalten wurde", sagte Regina Klakow-Franck, die für Qualitätssicherung zuständig ist. "Die wiederholten Auffälligkeiten in Hinblick auf die Sterblichkeit von Patienten nach Herztransplantationen und auch die sehr kleinen Fallzahlen in diesem Krankenhaus lassen keine andere Möglichkeit zu."

Die Klinik zog daraufhin die Konsequenzen und gab am Donnerstag den Ausstieg bekannt. 2014 habe es eine Herztransplantation in Frankfurt gegeben, 2015 drei - nur ein Patient habe überlebt, sagte der Ärztliche Direktor Jürgen Graf am Freitag. In den Jahren zuvor sei die Überlebensrate besser gewesen: Zwischen 2010 und 2013 habe man vier Herzen transplantiert - alle Patienten hätten überlebt.

Graf betonte, dass die Probleme ausschließlich Herztransplantationen beträfen, nicht die Qualität anderer Herz-Operationen und nicht die Qualität anderer Transplantationen. An der Uni-Klinik werden auch Lebern und Nieren verpflanzt. "Wir nehmen die Beobachtungen aller Abweichungen sehr ernst und überprüfen gründlich und gewissenhaft alle Bereiche", versprach Graf.

Die Deutsche Transplantationsgesellschaft hält es für sinnvoll, dass Kliniken mit geringen Fallzahlen sich zurückziehen. "Es ist vernünftig, wenn die Transplantationsmedizin konzentriert wird", sagte Herzchirurg Jan Gummert, der bei der Transplantationsgesellschaft die Kommission Herz/Lunge leitet. Eine höhere Fallzahl ermögliche eine bessere Qualität.

dpa

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