Umstrittenes Soldaten-Opfer-Mahnmal zerstört

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Zerstört: Das umstrittene Mahnmal für gefallene Soldaten und NS-Opfer in Burgwedel bei Hannover (Archivbild).

Burgwedel - Nach der Zerstörung eines umstrittenen Mahnmals für gefallene Soldaten und NS-Opfer in Burgwedel bei Hannover ermittelt die Polizei in alle Richtungen.

Bisher habe man keine Hinweise auf die Täter, könne aber angesichts des Streits um das sogenannte “Tor der Erinnerung“ einen politischen Hintergrund auch nicht ausschließen, sagte am Montag in Hannover ein Polizeisprecher. Das Mahnmal hatte auf drei Glasscheiben die Namen von gefallenen Soldaten und von NS-Opfern aufgelistet. Die größeren Scheiben mit den Soldatennamen waren am Wochenende eingeworfen worden.

Unter den 142 Namen von gefallenen Soldaten aus Burgwedel auf dem Mahnmal wurden auch sechs Angehörige der Waffen SS genannt. Bei der Einweihung des Denkmals am Volkstrauertag hatte die Stadt ihre Namen zunächst überklebt. Man wolle das Mahnmal auf jeden Fall wieder instand setzen zu lassen, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag. Vorher wolle man allerdings die mögliche Verstrickung der sechs gefallenen Angehörigen der Waffen SS in Kriegsverbrechen noch genauer prüfen.

Persönlich sei gegen die sechs gefallenen Soldaten nicht wegen Kriegsverbrechen ermittelt worden, betonte die Stadtsprecherin. Es müsse allerdings noch geklärt werden, ob die Einheiten der sechs Soldaten möglicherweise an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen seien. In diesem Falle würden ihre Namen nicht erneut auf dem Mahnmal aufgeführt. Die Namen der Waffen-SS-Angehörigen hatte unter anderem beim Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsen Anstoß erregt. Der Vorsitzende des Verbandes, Michael Fürst, hatte die Stadt daher gebeten, keine Namen jüdischer NS-Opfer aus Burgwedel auf dem Mahnmal zu nennen. Dieser Bitte war die Stadt gefolgt.

AP

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