Umfrage: Die 16 größten Ängste der Deutschen

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Trotz hoher Scheidungsraten haben nur wenige Deutsche Angst, ihren Partner zu verlieren.

Berlin - Das durchschnittliche Angstniveau der Deutschen ist im Vergleich zum vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise nicht angestiegen. Höher ist allerdings die Angst vor Arbeitslosogkeit.

Die Deutschen bleiben trotz weltweiter Wirtschaftskrise relativ gelassen. Zwar ist die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft bei den Bürgern an die erste Stelle gerückt, doch ist das durchschnittliche Angstniveau im Vergleich zu den Vorjahren nicht angestiegen. Das ergab die am Donnerstag in Berlin vorgestellte Studie der R+V Versicherung über die Ängste der Deutschen 2009.

Die 16 größten Ängste der Deutschen

66 Prozent der Deutschen haben Angst vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. © dpa
65 Prozent fürchten sich vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. © dpa
63 von 100 Deutschen befürchten höhere Lebenshaltungskosten. © dpa
Vor Naturkatastrophen wie einem Erdbeben wie hier in Indonesien haben 56 Prozent aller Deutschen Angst. © dpa
Keiner will im Alter ein Pflegefall sein. Deshalb haben 54 Prozent Angst davor, auf die Hilfe Fremder angewiesen zu sein. © dpa
Überforderte Politiker machen 53 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Schwere Erkrkankungen sind für 49 Prozent der Deutschen ein Grund zum Fürchten. © dpa
48 Prozent haben Angst, selbst arbeitslos zu werden. © ap
Terrorismus wie hier beim Attentat auf Staatsanwalt Buback verursacht bei 46 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
37 Prozent der Deutschen haben Angst, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können. © dpa
Ebenfalls 37 Prozent befürchten Spannungen durch Ausländer. © dpa
Vor einer möglichen Drogensucht der eigenen Kinder haben 34 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Ein Krieg mit deutscher Beteiligung ist für 31 Prozent ein Angstfaktor. © dpa
30 Prozent der Befragten befürchten, im Alter einsam zu sein. © dpa
Straftaten machen 24 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Trotz hoher Scheidungsraten in Deutschland haben nur 16 Prozent der Deutschen Angst davor, dass ihre Partnerschaft zerbrechen könnte. © dpa

Um 18 Prozentpunkte nach oben schnellte die Angst vor höherer Arbeitslosigkeit in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr und nimmt nun mit 65 Prozent Platz zwei ein. Erstaunlich in diesem Zusammenhang: Die Angst vor eigener Arbeitslosigkeit erreichte nur einen Wert von 48 Prozent. Die Angst vor einer schlechteren Wirtschaftslage nahm um acht Prozentpunkte zu und rückte mit 66 Prozent an die erste Stelle. Dafür sank aber die Befürchtung steigender Lebenshaltungskosten um 13 Prozent, die in den vergangenen fünf Jahren Spitzenreiter auf der Skala der großen Ängste war. Sie nahm mit 63 Prozent aber immerhin noch den dritten Rang ein.

Angstniveau bleibt gleich

Das Angstniveau - errechnet aus allen abgefragten Ängsten insgesamt - blieb seit 2007 mit 44 Prozent stabil. Der Politologe Manfred Schmidt führte dies darauf zurück, dass das “Krisenmanagement der Großen Koalition wie eine Beruhigungspille wirkt“. Sozialstaatliche Programme wie Kurzarbeit und die Erhöhung der Altersrenten sendeten ebenfalls beruhigende Signale, sagte Schmidt. Schließlich würden der immer noch hohe Wohlstand und der soziale Frieden im Land wie ein Sicherheitspolster wahrgenommen. Außerdem sei den Deutschen Preisstabilität sehr wichtig. Die abnehmende Inflation werde daher sehr genau registriert und positiv bewertet.

Hinzu kommt nun die Sorge, dass die hohe Staatsverschuldung infolge der staatlichen Konjunkturprogramme und Rettungsschirme Steuererhöhungen oder einen Abbau der Sozialleistungen nach sich ziehen wird. “Zwei Drittel aller Bürger befürchten, dass ihnen die Rechnung dafür noch serviert wird“, sagte Schmidt. Zwtl: Angst vor eigener Arbeitslosigkeit im Osten höher Trotz der gemeinsamen Sorge um wirtschaftliche Themen bleiben Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Am gravierendsten zeigt sich das bei der Angst vor eigener Arbeitslosigkeit, die im Osten um zwölf Prozentpunkte höher liegt.

Das allgemeine Angstniveau differiert zwischen Ost und West jedoch lediglich um zwei Prozentpunkte. Mit 56 Prozent lag auch die Angst vor Naturkatastrophen, die das traditionell hohe Umweltbewusstsein der Deutschen dokumentiert, noch auf den vorderen Rängen sowie die Furcht, im Alter ein Pflegefall zu werden. Sie ist mit Abstand die größte persönliche Sorge und stieg leicht auf 54 Prozent. Die Angst vor Altersarmut sank mit 37 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 2002.

Frauen ängstlicher als Männer

Sinkender Lebensstandard im Alter ist auch eine Befürchtung, die Frauen häufiger haben als Männer. Die Leiterin des R+V-Infocenters Rita Jakli wies darauf hin, dass Frauen häufig eine schlechtere Altersversorgung hätten als Männer. Frauen sind in fast allen Punkten ängstlicher als Männer. Sie fürchten insbesondere schwere Krankheiten mit 13 Prozentpunkten Unterschied deutlich mehr. Sie haben allerdings weniger Angst vor eigener Arbeitslosigkeit. Um fünf Prozentpunkte angestiegen ist bei den Deutschen die Angst vor Terrorismus, die nun ein Niveau von 46 Prozent erreicht. Um acht Prozent abgenommen hat trotz der Diskussionen um Alkopops und Komasaufen die Angst davor, dass die eigenen Kinder drogensüchtig werden könnten. Befragt wurden 2.400 Bürger nach ihren 16 großen Ängsten.

AP

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