Über zehn Jahre Knast für Kinderschänder

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Ein Kinderschänder aus der Eifel muss mehr als zehn Jahre in den Knast (archivbild).

Trier - Ein Kinderschänder aus Mayen in der Eifel ist vom Landgericht Trier zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Er missbrauchte minderjährige Jungen vor laufender Kamera: Ein Kinderschänder aus Mayen in der Eifel ist am Montag vor dem Landgericht Trier zu zehneinhalb Jahren Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich der 38-Jährige jahrelang an fünf Jungen vergangen hat, die er als Turnlehrer in Vereinen und bei der Freiwilligen Feuerwehr im Spielmannszug kennengelernt hatte. Er habe ganz bewusst die Nähe zu den Jungen gesucht, “um sexuelle Übergriffe“ zu ermöglichen, sagte der Vorsitzende Richter Albrecht Keimburg. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil der gelernte Kaufmann den Missbrauch teilweise filmte und Videos später im Internet in Tauschbörsen auftauchten.

Im August 2009 hatte sich der gebürtige Leipziger in Bayern der Polizei gestellt, nachdem das Bundeskriminalamt mit Film-Ausschnitten in der Sendung “Aktenzeichen XY ... ungelöst“ nach ihm gefahndet hatte. Dem Gericht lagen 42 Sex-Videos vor. Man könne davon ausgehen, dass die Filme “nur der Gipfel eines Eisbergs“ seien, sagte Keimburg. Das Gericht sprach den 38-Jährigen des sexuellen Missbrauchs in 18 Fällen zwischen 2002 und 2009 schuldig. Hauptopfer waren zwei heute elfjährige Zwillingsbrüder aus der Vulkaneifel. Mehr als zehnmal missbrauchte er die Jungen - auch in ihrem damaligen Elternhaus. Als vermeintlich guter Freund der Familie nächtigte er über Monate immer wieder bei den siebenjährigen Jungen im Kinderzimmer, verging sich an ihnen und filmte dies.

Er missbrauchte die Zwillinge auch bei sich zu Hause in Mayen, im Auto, in der Jugendherberge. Bei den Filmen wurden stets “Regieanweisungen“ verfolgt, um sie später potenziellen Konsumenten zur Verfügung zu stellen. Bereits 2006 gab es in der Sache Ermittlungen gegen den 38- Jährigen, als ein Nachbar der Zwillinge Anzeige wegen Verdachts auf Kindesmissbrauch stellte. Diese wurden aber eingestellt, weil die Jungen ihre Aussagen zurückgezogen. “Die Kammer ist überzeugt, dass den Kindern daheim aufgegeben wurde, dass sie den Mund halten sollten“, sagte Keimburg. Der geständige 38-Jährige hatte zu Prozessbeginn Anfang Januar erklärt, dass ihm alles “unwahrscheinlich leidtut“ und er nicht wisse, warum er sich an den Kindern vergriffen habe. Zu seinen Opfern gehörten auch ein 13-Jähriger und zwei Jugendliche, an denen er sich nach Zechgelagen geplant verging.

Er zeigte ihnen nackt Pornos auf dem Bett und nahm dies heimlich mit der Kamera auf. Er habe Gelegenheiten gesucht, “um sich an nackten Jungen zu ergötzen oder sie anzufassen“, sagte Keimburg. Der 38-Jährige, der 1989 mit seiner Mutter aus der damaligen DDR nach Mayen zog, ist wegen des Besitzes von Kinderpornos vorbestraft. Nach seiner Festnahme stieß die Polizei in seiner Wohnung auf rund 27 000 Bilddateien und 360 Filme “überwiegend homosexueller Natur“. Die Staatsanwaltschaft und die beiden Opferanwälte hatten elf Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung für den Mann gefordert, der zuletzt als Saisonkellner arbeitete. Die Verteidigung plädierte auf sieben Jahre und neun Monate Gefängnis sowie einer Sicherungsverwahrung “nur“ unter Vorbehalt.

dpa

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