750.000 Menschen zum Christopher-Street-Day erwartet

Trotz Terror in München: Mega-Schwulenparade in Berlin findet statt

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750.000 Menschen werden zum Berliner CSD erwartet. Foto: Paul Zinken/dpa

Berlin - Ungeachtet des Anschlags in München soll der Christopher-Street-Day am Samstag in Berlin gefeiert werden. Die Sicherheitsmaßnahmen sind hoch.

Ungeachtet des Anschlags in München soll der Christopher-Street-Day am Samstag in Berlin gefeiert werden. „Die Sicherheitsmaßnahmen sind auf einem hohen Niveau“, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Ob das Konzept mit Blick auf die Ereignisse in Bayern verändert wurde, wollte sie nicht sagen. „Das wäre kontraproduktiv.“ Auch zur Anzahl der Polizisten machte die Sprecherin keine Angaben. Die Organisatoren rechnen mit rund 750 000 Menschen jeglicher geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung aus aller Welt, die für ihre Rechte und Forderungen einstehen wollen.

Der Demonstrationszug mit 21 Fußgruppen und 51 Wagen von 43 Vereinen zieht nach der Eröffnung durch Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor.

Erstmals mit dabei sind auch Wagen der Kommune Mexiko-Stadt sowie der Gruppe schwul-lesbischer Angehöriger des Auswärtigen Amts.

Um 16.30 Uhr beginnt am Brandenburger Tor die Abschlusskundgebung mit prominent besetztem Unterhaltungsprogramm. Auf der Bühne werden unter anderem der ehemalige "Caught in the Act"-Sänger Benjamin Boyce und die Berliner Gruppe "Culcha Candela" auftreten.

In München hatte ein 18 Jahre alter Deutsch-Iraner am Freitagabend neun Menschen und sich selbst erschossen. Hintergründe und Motiv der Bluttat waren zunächst völlig unklar.

Hintergrund: Christopher-Street Day

Der Christopher Street Day (CSD) steht im deutschsprachigen Raum für das Selbstbewusstsein Homosexueller und ihren Widerstand gegen Diskriminierung. Im Englischen spricht man meist von „Pride“-Paraden. Der Tag erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York. Nach einer Polizeirazzia in der Bar „Stonewall Inn“ kam es zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Straßenschlachten in der Christopher Street. In Deutschland wird jährlich an verschiedenen Terminen im Sommer mit bunten Straßenfesten und Demonstrationen an die Ereignisse in New York erinnert.

dpa

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