Totes Baby in Tiefkühltruhe: Urteil teilweise aufgehoben

Karlsruhe - Eine alkoholabhängige Mutter aus Siegen, die drei ihrer Babys unmittelbar nach der Geburt sterben ließ und sie über Jahre in einer Tiefkühltruhe aufbewahrte, muss noch einmal vor Gericht.

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Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob das Urteil des Landgerichts Siegen auf die Revision der Staatsanwaltschaft teilweise auf. Ein Sohn der Angeklagten machte den grausigen Fund im Jahr 2008, als er eine Pizza aus der Tiefkühltruhe nehmen wollte. Die alkoholkranke Frau legte anschließend ein Geständnis bei der Polizei ab. So kam der Fall erst viele Jahre nach den Taten ans Licht. Die Töchter kamen bereits 1986, 1988 und 2004 zu Tode. Das Landgericht Siegen verurteilte die Angeklagte zu vier Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe wegen Totschlags durch Unterlassen in zwei Fällen. Die Tötung im Jahr 1986 war verjährt. Das 1988 geborene Baby erstickte, nachdem es die Mutter minutenlang an sich gedrückt hatte. Das 2004 geborene Baby kam alkoholgeschädigt zur Welt, hätte mit ärztlicher Hilfe aber gerettet werden können.

Drücken des Kindes möglicherweise Totschlag

Nach Auffassung des BGH kann das minutenlange Ansichdrücken des 1988 geborenen Kindes als aktiver Totschlag bewertet werden. In diesem Fall muss die Mutter mit einer höheren Strafe zu rechnen. Eine Schwurgerichtskammer des Landgerichts muss das erneut prüfen. Die Revision der Angeklagten, die eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung erreichen wollte, wurde als unbegründet verworfen. Die Entscheidung des BGH erging bereits am Donnerstag. Die Bekanntgabe der Urteilsgründe soll aber erst am kommenden Montag erfolgen. (Aktenzeichen: Bundesgerichtshof 4 StR 227/09)

ap

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