Todesdekret gegen Rapper: Konsulats-Mitarbeiter in Verdacht

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Der iranische Rapper Shahin Najafi lebt in Todesangst

München/Teheran - Hat ein Mitarbeiter des iranischen Generalkonsulats in München die Fatwa gegen den iranischen Rapper Shahin Najafi verbreitet?

Das teilte das bayerische Justizministerium am Freitag mit. Die Staatsanwaltschaft habe sich bereits mit der Sache befasst. Großajatollah Lotfollah Safi-Golpaygani hatte gegen den 31-Jährigen eine sogenannte Fatwa erlassen, weil dieser in einem seiner Songs den zehnten Imam der schiitischen Muslime beleidigt haben soll.

Das islamische Rechtsgutachten verurteilt Najafi als Ketzer. Nach islamischen Gesetzen, die im Iran als Basis der meisten juristischen Urteile gelten, steht auf Blasphemie die Todesstrafe. Auf Najafi ist ein Kopfgeld von 100 000 Dollar ausgesetzt.

Sollte sich der Verdacht gegen den Konsulatsmitarbeiter in München bestätigen, könnte er nach dem Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen zur „Persona non grata“ (unerwünschte Person) erklärt werden, wie das Ministerium mitteilte. Er müsste dann Deutschland verlassen.

„Es ist für mich unerträglich und nicht hinnehmbar, wenn in Deutschland Entscheidungen muslimischer Rechtsgelehrter verbreitet werden, welche die davon Betroffenen in Gefahr bringen“, erklärte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU). „Dies ist eine der schärfsten Formen der Paralleljustiz, die wir in Deutschland keinesfalls dulden können.“

Najafi lebt mittlerweile an einem geheimen Ort unter Polizeischutz und hat gegen Safi-Golpaygani Strafanzeige wegen Aufrufs zum Mord gestellt.

dpa

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