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Tipps vom Arzt: Gegen Rückenschmerzen helfen diese kurzen Alltags-Übungen

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Von: Yannick Hanke

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Eine Frau hält sich am 01.12.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) den Rücken.
Viele Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Doch gibt es Tipps, um dieses Leiden zu mindern. © Lino Mirgeler/dpa

Rückenschmerzen plagen viele Menschen über mehrere Tage hinweg, das Leiden ist groß. Einfache Tipps von einem Experten können da helfen – das Fitnessstudio ihmzufolge jedoch nicht.

Magdeburg – Rückenschmerzen können sowohl jüngere als auch ältere Menschen betreffen. Ein Leiden, das mitunter mehrere Tage lang anhält und sich für die Betroffenen zur puren Qual entwickelt. Wie soll der Alltag „normal“ bestritten werden, wenn man durch Rückenschmerzen stark eingeschränkt ist?

Doch kann gegen dieses Leiden auch etwas unternommen werden. Jörg Franke, ärztlicher Direktor des Klinikums Magdeburg, hat die Lösung parat, die viele Menschen in Deutschland freuen dürfte.

Rückenschmerzen sorgen für großes Leiden bei Betroffenen – was hilft dagegen?

Franke kann getrost als Meister seines Fachs bezeichnet werden. Der Professor ist seit zehn Jahren im Vorstand der europäischen Wirbelsäulengesellschaft und gilt als einer der besten Wirbelsäulen-Chirurgen weltweit. Über 5.000 Patienten hat der 52-Jährige bereits operiert.

In den vergangenen drei Jahren erforschte Franke zusammen mit der Universität Magdeburg in einer Studie, wie ältere Menschen mit Rückenerkrankungen langfristig Schmerzen vermindern und ihre Lebensqualität nachhaltig verbessert können. Die Lösungsmöglichkeiten erscheinen dabei durchaus simpel, aber vor allem wirkungsvoll.

Kampf den Rückenschmerzen: Experte empfiehlt „ein gutes Koordinations-Training“ – nicht aber das Fitnessstudio

„Zuerst einmal muss man wissen, dass bis zu 80 Prozent der Abnutzung der Wirbelsäule genetisch bedingt sind“, heißt es von Franke gegenüber Bild Online. Es sei egal, ob man einen Bürojob habe, Möbelpacker oder Professor sei. Denn wer die entsprechenden Gene geerbt habe, der leidet unter Rückenschmerzen im Alter.

Und dennoch könnte jeder etwas gegen Rückenschmerzen unternehmen. Was für den ein oder anderen vielleicht überraschend kommen mag: „Für einen stabilen Rücken ist das Fitnessstudio nicht die erste Wahl“, so Franke. „Viel wichtiger, als dicke Rückenmuskeln aufzubauen, ist ein gutes Koordinations-Training“.

Volkskrankheit Rücken

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) würden Rückenschmerzen neben Kopfschmerzen zu den häufigsten Schmerzproblemen gehören. „Sie haben eine hohe Chronifizierungsrate und schränken die Lebensqualität erheblich ein. Chronische Rückenschmerzen gehören in Deutschland seit langem zu den größten Gesundheitsproblemen“, heißt es hierzu.

In der sogenannten „Burden“-Studie 2020 zur Krankheitslast in Deutschland, die das RKI im März 2021 publizierte, hätten knapp zwei Drittel der Befragten angegeben, innerhalb eines Jahres von Rückenschmerzen betroffen gewesen zu sein. So hätten bei der telefonischen Befragung von etwa 5000 Erwachsenen zwischen Oktober 2019 und März 2020 61,3 Prozent von Rückenschmerzen in den vorangegangenen zwölf Monaten berichtet.

15,5 Prozent gab sogar chronische Rückenschmerzen an, also über drei Monate oder länger anhaltende, fast täglich auftretende Rückenschmerzen. Hierüber berichtete unter anderem die ÄrzteZeitung.

Schließlich könne man die kleinen Muskeln direkt an der Wirbelsäule, die für die Stabilität sorgen, nicht aktiv ansteuern. Gestärkt werden könnten sie nur durch komplexe Bewegungsabläufe.

Mit diesen Tipps gehen Sie gegen ihre Rückenschmerzen vor

Sowohl eine gute Koordinationsfähigkeit als auch gute unterbewusste Abläufe würden den Rücken schonen. „Wer hart auftritt und unsicher geht, der staucht praktisch mit jedem Schritt seine Wirbelsäule“, heißt es in diesem Kontext von Franke. „Je geschmeidiger ich mich aber bewege und je sicherer ich auftrete, desto weniger belaste ich sie“. Die beste Übung für den Rücken liefert er direkt mit:

Täglich 20 Minuten Tanzen, das ist wirklich ein ideales Koordinationstraining.

Jörg Franke, ärztlicher Direktor des Klinikums Magdeburg, gegenüber „Bild Online“

„Und wer das nicht mag oder kann, dem empfehle ich täglich 20 Minuten Spaziergänge im Wald oder Park auf unebenem Boden“, ergänzt der Experte. Schließlich gelte: Je holpriger der Untergrund, desto mehr müsse man koordinieren und desto besser wird der Rücken gestärkt. Solch einen Effekt hätten ein Laufband oder ein Asphaltweg nicht.

Volkskrankheit Rücken: Manchmal kann nur „Operation Patienten von Schmerzen und Defiziten befreien“

Die Studie hätte gezeigt: Durch gezielte Bewegung kann die Volkskrankheit Rücken deutlich verbessert werden. Doch schränkt Franke auch ein. „Eine konservative Bewegungs-Therapie [ist] kein Allheilmittel. Es gibt es auch viele Fälle, in denen nur eine Operation Patienten von Schmerzen und Defiziten befreien kann“, so der Chefarzt.

Vor einem Eingriff an der Wirbelsäule müsse heutzutage aber „wirklich keiner mehr übertriebene Angst haben“. Denn: „Die Operationen sind durch 3D-Messungen, Navigation, Robotik und minimalinvasive Techniken deutlich sicherer geworden“. Dementsprechend sollte ein Grundvertrauen bestehen. Auch mit dem Wissen, dass das Leiden in Form von Rückenschmerzen gelindert werden kann.

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