Terror-Prozess: Verdächtiger räumt Vorwürfe ein

Koblenz - Nach seinem überraschenden Teilgeständnis hat einer der beiden Angeklagten im Koblenzer Al-Kaida-Prozess weitere Vorwürfe eingeräumt.

Der 32-jährige Ömer Ö. sagte am Dienstag vor dem Oberlandesgericht, er habe unter anderem mehrere Ferngläser, Nachtsichtgeräte, Entfernungsmesser und einen Wanzendetektor besorgt und einem Terrorhelfer übergeben, der inzwischen zu acht Jahren Haft verurteilt worden ist. Dieser sollte die Gegenstände in das Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan bringen, um damit das Terrornetzwerk Al-Kaida zu unterstützen. Der Angeklagte bestritt aber, dass der im vergangenen Juli verurteilte Terrorhelfer Aleem N. die treibende Kraft gewesen sei. “Der war nur ein Kurier, nichts anderes“, erklärte der 32-Jährige. Beim Kauf der Ausrüstung habe er vor allem auf die Qualität geachtet. Insgesamt habe er mehrere tausend Euro ausgegeben.

Am Montag hatte Ömer Ö. die Beteiligung an einem Taliban-Angriff auf afghanische Soldaten im Jahr 2006 und den Besuch von Terrorcamps in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion zugegeben. Bis dahin hatte er alle Vorwürfe bestritten. Am Dienstag schilderte der Angeklagte, dass er 2008 abermals in dem Gebiet gewesen sei. Dort habe er erstmals mehrere bei Kämpfen getötete Menschen gesehen. Dadurch sei ihm klar geworden, dass er sich auf dem falschen Weg befinde. “Danach ging nichts mehr“, sagte der 32-Jährige. Nach seiner Rückkehr habe er auch psychologische Hilfe gesucht. Ob er bei dem Anschlag auf die Soldaten selbst getötet habe, hatte er am Montag nicht sagen können.

Die Bundesanwaltschaft wirft Ö. und dem mitangeklagten türkischstämmigen Deutschen Sermet H. bislang vor, Geld und Kampfgerät für Al-Kaida besorgt zu haben. Die beiden Angeklagten sollen im Auftrag des Terrorhelfers aus dem pfälzischen Germersheim gehandelt haben. Ö. soll zudem auch für die Anwerbung von Kämpfern in Deutschland zuständig gewesen sein.

dpa

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