Telefonbetrüger ergaunern zehn Millionen

Essen - Die Polizei hat eine Bande von Telefonbetrügern zerschlagen, die über 80.000 Bundesbürger um rund zehn Millionen Euro betrogen haben soll.

Bei einer bundesweiten Großrazzia seien insgesamt 64 Tatverdächtige festgenommen worden. Gegen die drei Hauptverdächtigen erging Haftbefehl, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Essen mitteilten. Im Zuge der Gewinnabschöpfung konnten bisher Werte in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro gesichert werden. Der Trick der Bande: Bei Telefonanrufen gaukelten die 61 Mitarbeiter eines Essener Call-Centers ihren Opfern vor, in der Vergangenheit an Gewinnspielen teilgenommen zu haben. Diese Teilnahme sei bisher kostenlos gewesen. Für die Zeit bis zu einer etwaigen Kündigung würden jetzt allerdings Gebühren anfallen.

Allein in den letzten sieben Monaten ließen sich nach Erkenntnissen der Ermittlungskommission “Teleflachs“ über 80.000 Personen bundesweit von dieser Masche täuschen. Die Call-Agents brachten die Betrogenen dann dazu, zur Begleichung der unberechtigten Forderungen ihre Kontodaten preiszugeben. So ergaunerte die mutmaßliche Betrügerbande nach Angaben der Ermittler allein seit September 2009 etwa zehn Millionen Euro.

In Essen, Mülheim an der Ruhr und Duisburg vollstreckten die eingesetzten Beamten am Dienstag Haftbefehle gegen die drei Haupttatverdächtigen, drei Männer im Alter von 35, 36 und 39 Jahren. 61 Mitarbeiter eines Call-Centers in der Essener Innenstadt wurden vorläufig festgenommen. Im Anschluss an ihre Vernehmung und eine erkennungsdienstliche Behandlung konnten sie entlassen werden. Durchsuchungen gab es auch in Aachen, München, Berlin und Montabaur.

DAPD

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