Superspreader Insel

Sylt: Nächster Coronavirus-Hotspot? 102 Party-Gäste müssen sich testen lassen

Corona-Chaos auf Insel Sylt: Ein mit Covid-19 infizierter Mann war in einer Bar zu Gast, ohne dass er von seiner Infektion wusste. Jetzt haben sich nach einem Aufruf des Gesundheitsamts 102 weitere Partygäste gemeldet, die alle auf das Coronavirus getestet werden.

  • Sylt*: Coronavirus*-Alarm in Bar mitten in Westerland.
  • Ein Bar-Gast war mit Covid-19 infiziert, 102 Personen könnten sich angesteckt haben.
  • Das Gesundheitsamt befürchtet „Superspreader-Ereignis“.

Update vom 12. Oktober 2020, 20:18 Uhr: Westerland (Sylt) – Nachdem bekannt wurde, dass sich ein Coronavirus-Infizierter in einer Sylter Bar aufgehalten hat, haben sich nun 102 weitere Partygäste beim Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland gemeldet. „Davon ist der Großteil Sylter“, bestätigte eine Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 83 der Bar-Besucher stammten von der Insel. Am Montag, 12. Oktober 2020 wurden entsprechende Coronavirus-Tests bei den Betroffenen durchgeführt. Ergebnisse soll es voraussichtlich am Mittwoch geben.

Insel in Schleswig-HolsteinSylt
Fläche99,14 km²
Bevölkerung15.169 (2012)
Breite12,6 km
Länge38 km
Geographische Lage54° 55′ N, 8° 20′ O Koordinaten: 54° 55′ N, 8° 20′ O

Sylt: Coronavirus-Infizierter geht ahnungslos in Bar – Gesundheitsamt sucht hunderte Kontakte

Erstmeldung vom 12. Oktober 2020, 22:23 Uhr: Wird Sylt bald zum Coronavirus-Hotspot? In einer Bar in Westerland hatte sich ein mit Covid-19 infizierter Mann aufgehalten, dem seine Infektion allerdings nicht bekannt war. Das Gesundheitsamt Nordfriesland steht nun vor der Aufgabe, hundert weitere Bar-Gäste zu kontaktieren. Wie der Landkreis am Samstag, 10. Oktober 2020 mitteilte, bestehe für alle direkten Kontaktpersonen sowie alle Personen, die mit denen die Besucher in Kontakt standen, ein erhöhtes Risiko, sich ebenfalls mit dem Coronavirus anzustecken.

Auf Sylt hat ein mit Covid-19 infizierter Mann in einer Bar womöglich weitere Gäste angesteckt (24hamburg.de-Montage)

Gemeldet wurde die Coronavirus-Infektion des Gasts am Mittwoch, 7. Oktober 2020. Der Mann hielt sich wenige Tage vor seinem positiven Testergebnis in dem Lokal „American Bistro“ an der Paulstraße 3 in Westerland auf. Seiner Erinnerung nach wären die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) kaum beachtet worden, berichtet das Hamburger Abendblatt.

„Diese Party könnte ein Superspreader-Ereignis werden“, sorgt sich Nina Rahder, die Leiterin des Fachbereiches Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen der Kreisverwaltung Nordfriesland. Es sei daher besonders wichtig, dass das Amt die Kontaktpersonen und Bar-Gäste so schnell wie möglich erreiche. „Auf das Bußgeld, das alle Gäste zahlen müssten, die sich nicht ordentlich in die Listen eingetragen haben, verzichten wir. Uns ist es jetzt nur wichtig, die Ausbreitung des Virus zu stoppen“.

Coronavirus-Alarm auf Sylt: Gesundheitsamt Nordfriesland such Bar-Gäste und Kontaktpersonen

Das Problem: Viele der Kontaktlisten, welche die Bar dem Gesundheitsamt vorlegte, waren nicht ganz vollständig oder bewusst falsch ausgefüllt worden. Das mache es für das Amt umso schwieriger, die Kontaktpersonen und Beteiligten nachvollziehen zu können. Ein öffentlicher Aufruf sei bereits erfolgt.

Alle Gäste, die in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 2020 im „American Bistro“ in Westerland auf Sylt zu Besuch waren, werden darum gebeten, Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Landrkreises Nordfriesland aufzunehmen. Samstags und sonntags sei das Amt telefonisch unter der Nummer 0800-200662 zu erreichen. Stattdessen können auch die vollständigen und richtigen Kontaktdaten inklusive Name, Adresse, Telefonnummer und Uhrzeit des Aufenthalts per E-Mail an corona-rueckfragen@nordfriesland.de übermittelt werden. Am Sonntag, 11. Oktober 2020, werde das Gesundheitsamt dann Kontakt zu den Betroffenen aufnehmen.

Coronavirus-Ausbrüche in norddeutschen Bars – auch Hamburg bereits betroffen

Auch in Hamburg* kam es zu einem ähnlichen Vorfall: In der Szenebar „Katze“ im Schanzenviertel hatten sich gleich mehrere Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Auch hier hatten Gäste falsche und unvollständige Kontaktdaten hinterlassen, was es dem Gesundheitsamt besonders schwer machte, Kontaktpersonen zu erreichen. Mittlerweile hat die Bar wieder geöffnet – allerdings unter verschärften Corona-Maßnahmen.

In der Hansestadt steigen die Infektionszahlen unterdessen weiterhin an und der Senat führt eine verschärfte Maskenpflicht ein.* *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehde/Daniel Bockwoldt/dpa/picture alliance

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