Ermittler sicher: Sylter Feuerteufel ist gefasst

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Zivilpolizisten führen den mutmaßlichen Brandstifter am Sonntag aus der Polizeiwache in Westerland auf Sylt zu einem bereitstehenden Fahrzeug.

Sylt - Die Brandserie auf Sylt ist so gut wie aufgeklärt. Die Polizei nahm einen 46-jährigen Westerländer an einem Tatort fest. Dabei wurde ein 13-Jähriger zum Helden. Sein schnelles Handeln rettete Menschenleben.

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Verdächtiger festgenommen

Erleichterung auf Sylt: Der Feuerteufel ist gefasst. Ein Kind brachte die Ermittler auf die Spur des 46-Jährigen. Nach Einschätzung der Polizei ist der Mann für die gesamte Brandserie seit dem 11. August verantwortlich. “Als ich die gute Nachricht weitergab, waren alle erleichtert“, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt, Petra Reiber, am Sonntag. “Besonders für Mütter und Kinder ist es beruhigend, dass man abends wieder ins Bett gehen kann ohne Angst, im Schlaf von Flammen überrascht zu werden“, ergänzte der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr, Jörg Elias.

Über den mutmaßlichen Täter und sein Motiv hüllte sich die Polizei am Wochenende noch in Schweigen. Er sollte am Sonntag dem Haftrichter zugeführt werden. Der Richter musste über den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung entscheiden.

Nach der Festnahme brodelte auf Deutschlands nördlichster Insel die Gerüchteküche. Bislang scheint nur eins gewiss: Der 46-Jährige war erst vor kurzem auf die Insel gezogen - ein unauffälliger Mann, der nach dpa-Informationen eine kleine Wohnung in jenem Hochhaus bewohnte, in dem vor eineinhalb Wochen die Brandserie begann. 17 Brände gegen nach Überzeugung der Ermittler auf sein Konto. Dazu gehören Anschläge auf ein Appartementhaus, ein Alten-Pflegeheim, ein Hotel und die Nordseeklinik. Mehr als 400 Menschen mussten nachts aus ihren Betten, um sich in Sicherheit zu bringen. Sieben Menschen wurden verletzt.

Dass er mit seinem Zündeln nicht zum Mörder wurde, verdankte der mutmaßliche Brandstifter einem Schüler aus dem Rheinland: Andreas Reuß macht zurzeit mit seinen Eltern Karin und Stephan Urlaub auf der Insel und ist der kleine Held von Sylt.

Der 13-Jährige war Samstagnacht noch wach und hockte vor dem Fernseher, als er hörte, wie draußen die metallene Gartenpforte mit lautem Klacken ins Schloss fiel. Gleichzeitig erschnupperte er einen leicht brenzligen Rauch-Geruch. Ein schneller Blick durchs Fenster genügte: Erste Flammen züngelten am Dachüberstand des reetgedeckten Hauses.

Zuhause im nordrhein-westfälischen Alfter bei Bonn verbringt der Junge seine Freizeit am liebsten bei der Jugendfeuerwehr. Dort übt er jeden zweiten Mittwoch mit einem Dutzend Freunde, wie man sich bei Feuer verhält. Ohne eine Sekunde Zeit zu verlieren rannte er los, um seine Eltern und die anderen Hausbewohner zu wecken: Alle konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

“Mit seiner Geistesgegenwart hat er sich, seinen Eltern und den anderen Bewohnern das Leben gerettet“, lobte Nordfrieslands Kreisbrandmeister Christian Albertsen den 13-Jährigen. Ohne die schnelle Reaktion des Jungen wäre das Haus niedergebrannt, ist sich Albertsen sicher.

Letztendlich konnte durch die schnelle Aktion des Jungen auch noch der mutmaßliche Brandstifter gestoppt werden, bevor er erneut zuschlagen konnte. Als bei der Feuerwehr um 02:30 Uhr der Alarm einging, war der 46- Jährige erst wenige Meter vom Tatort entfernt. Ganz kurz versuchte er wegzulaufen, aber die Beamten waren schneller. Er gab dann sofort auf und ließ sich widerstandslos festnehmen.

dpa

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