Studie: Scheidungskinder rauchen öfter

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Kinder, die mit nur einem Elternteil aufwachsen, greifen eher zur Zigarette.

Berlin - Scheidungskinder rauchen häufiger und früher als Gleichaltrige aus traditionellen Familien. Das geht aus einer repräsentativen Studie des Forschungsinstituts DIW Berlin hervor.

Das Aufwachsen bei einer allein erziehenden Mutter oder der frühe Tod des Vaters hat danach hingegen keinen großen Einfluss auf das spätere Rauchverhalten. “Vor allem die Scheidung der Eltern während der Kindheit erhöht das Rauchrisiko“, sagte DIW-Experte Thomas Siedler am Mittwoch. Es steigt bei westdeutschen Scheidungskindern um 14 Prozentpunkte und liegt bei Ostdeutschen und Migranten sogar um 25 Prozentpunkte höher als bei Sprösslingen aus “klassischen“ Familien.

Gut 40 Prozent der jungen Leute aus sämtlichen Haushalten mit nur einem Elternteil sind Raucher. Nur 35 Prozent sind es hingegen bei Jugendlichen, die mit beiden Eltern aufwachsen. “Generell ist der Tabakkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Osten etwas höher als im Westen“, sagt Studienautor Siedler. “Aber auch der Zusammenhang zwischen Familienform und Rauchverhalten fällt in Ostdeutschland besonders auf."

Insgesamt steigt die Raucherquote im Westen um acht Prozentpunkte, im Osten und bei Migranten um 16 Prozentpunkte, wenn die Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen. Auch ist in allen drei Gruppen der Anteil derjenigen, die zehn oder mehr Zigaretten rauchen, bis um die Hälfte höher. Wichtig ist zudem das Elternvorbild: “Die Raucherquote bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt bei fast 50 Prozent, sofern die Mutter raucht, im Vergleich zu weniger als einem Drittel bei Jugendlichen, deren Mutter Nichtraucherin ist“, sagt Siedler.

Bundesweit geht die Raucherquote seit Jahren zurück, derzeit raucht noch ein Drittel der Erwachsenen. “Vor allem bei Jugendlichen haben politische Maßnahmen gewirkt“, sagt Siedler. Dennoch seien weitere spezielle Strategien wichtig: “Die Scheidung der Eltern ist für junge Menschen ein großer Stressfaktor, der oft zum Griff nach der Zigarette führt.“

Die Studie fußt auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), einer seit 1984 laufenden Langzeituntersuchung von 11 000 privaten Haushalten in Deutschland. Ausgewertet wurden dazu die Angaben von 2500 jungen Menschen von durchschnittlich 24 Jahren. Unterschieden wurde zwischen ostdeutschen, westdeutschen sowie Jugendlichen mit ausländischem Hintergrund. dpa

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