Einmaliges Therapiezentrum für Krebspatienten 

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Der Behandlungsraum für das drehbare Ionen-Strahlenführungssystem im Ionen-Strahlen-Therapiezentrum in der Heidelberger Kopfklinik.

Heidelberg - Einmalig, teuer, stromfressend und kompliziert wie ein Airbus - am 2. November wird das Ionenstrahl- Therapiezentrum (HIT) für Krebspatienten im Universitätsklinikum Heidelberg eröffnet.

Mit der europaweit einzigartigen Anlage werden Patienten mit seltenen und schwer zu operierenden Tumoren über einen Teilchenbeschleuniger mit Protonen und Schwerionen bestrahlt - statt wie üblich mit Röntgenstrahlung. Dadurch kann die Bestrahlung sehr viel genauer gesteuert werden, wie der Ärztlichen Leiter Marc Münter erläuterte. Spezielle Software setzt Informationen aus Computer- Tomographen so um, dass die erforderliche Strahlendosis millimetergenau abgegeben wird.

Die High-Tech-Anlage kostet 119 Millionen Euro. Weltweit gibt es nur zwei vergleichbare Zentren in Japan, einmalig ist nach Angaben der Universität die Einbindung in eine Klinik. Pro Jahr können bis zu 1300 Patienten behandelt werden. Die Kosten der Therapie liegen bei rund 20 000 Euro und werden von den Krankenkassen übernommen. Die neuartige Strahlentherapie sei jedoch nicht für Krebsfälle im Endstadium geeignet, betonte Münter.

In einem Pilotversuch in Darmstadt wurden in der Entwicklungsphase für die Heidelberger Anlage bereits 450 Patienten mit Tumoren im Schädel bestrahlt. Metastasen hatten sich noch nicht gebildet. Durch die Therapie überlebten 80 bis 90 Prozent der Krebspatienten mindestens fünf Jahre. Mit der neuen Therapiemethode soll gesundes Gewebe geschont werden.

Die neue Anlage ist komplex wie ein Airbus A380 - allein per Software lassen sich bis zu einer Million Varianten einstellen. Sie hat mit drei Megawatt den Strombedarf einer Kleinstadt mit 10 000 Einwohnern. Weitere Ionenstrahl-Anlagen werden zurzeit in Marburg- Gießen und Kiel gebaut.

dpa

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