Mit 108 Stichen massakriert: Lange Haftstrafen

Bielefeld - Für einen bestialischen Mord im Bielefelder Drogenmilieu sind ein 41 Jahre alter Mann und ein 24-Jähriger zu Haftstrafen von elfeinhalb und zehneinhalb Jahren verurteilt worden.

Das Bielefelder Landgericht erkannte am Montag auf gemeinschaftlichen Mord. Nach Auffassung des Gerichts war Auslöser der Tat im September 2008, dass das aidskranke Opfer sein Fixerbesteck im selben Glas wie die Täter gereinigt hatte. Das geständige Duo, für das auch noch Bewährungsstrafen wirksam werden, wird außerdem in eine Entzugsklinik gehen müssen.

Die Täter hätten mit dem Mord eine andere Straftat vertuschen wollen, sagte die Vorsitzende Richterin Jutta Albert. Denn zunächst sei das 24 Jahre alte Opfer in einer Wohnung von dem Duo und einem weiteren Mann zusammengeschlagen worden. “Dann befürchteten Sie, dass er zur Polizei gehen könnte, um zu plaudern, darüber, dass er geschlagen wurde und über die gemeinsamen Drogengeschäfte“, sagte Albert zu den Angeklagten.

Nach Auffassung des Gerichts fuhren die Täter schon mit der Absicht zum Weiher, ihr Opfer dort zu töten. Am Teich angekommen, wollte das Trio den Mann nach Angaben der Richterin zunächst zwingen, sich an einem Baum aufzuhängen. “Dann stachen Sie gemeinsam 108 Mal auf ihn ein, sogar in seinen Penis. Dabei wären schon mehrere dieser Stiche für sich tödlich gewesen“, schilderte Albert. Schließlich warfen sie das Opfer in den Teich.

Der dritter Täter, der zunächst als Kronzeuge aussagte, muss sich demnächst gesondert vor Gericht verantworten. 

dpa

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