Himmelsphänomene

Sternschnuppen im Dezember 2017: So sehen Sie heute die Geminiden

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Sternschnuppen im Dezember 2017: In der Nacht auf Donnerstag sind am Himmel über Deutschland Geminiden zu sehen.

Sternschnuppen im Dezember 2017: In der Nacht auf Donnerstag sind heute am Himmel über Deutschland Geminiden zu sehen. Alle Infos zum Himmelspektakel.

Update vom 31. Dezember 2017: Zum Jahresanfang gibt es wieder ein schönes Himmelsphänomen. Wir haben bereits zusammengefasst, wo, wann und wie Sie die Sternschnuppen im Januar 2018, die Quadrantiden, beobachten können.

München - Mitten in der Vorweihnachtszeit ist einer der prächtigsten Sternschnuppenschwärme im Anflug. Nachdem erst im November die Leoniden Deutschland verzauberten, erreichen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Geminiden ihr Maximum. Bei wolkenfreiem Himmel werden dann stündlich dutzende Meteore zu sehen sein.

Doch was für Sternschnuppen sind die Geminiden eigentlich, woher stammt ihr Name, wie entstehen sie, wann sind sie in Deutschland zu sehen und wo hat man heute die beste Sicht auf das Himmelspektakel? Im Folgenden beantworten wir all diese Fragen.

Geminiden im Dezember 2017: Was für Sternschnuppen sind das heute überhaupt?

Die Geminiden zählen zu den größten Sternschnuppenschwärmen des Jahres. Dennoch stehen sie meist im Schatten der wesentlich bekannteren Perseiden, die im Sommer auf der Erde niedergehen. Dass die Geminiden weniger populär sind, liegt vor allem an der Jahreszeit ihres Auftretens: Das kalte und oft auch trübe Dezemberwetter bietet Sternschnuppen-Fans nun einmal unbequemere Beobachtungsbedingungen als die lauen Perseidensommernächte.

Im Gegensatz zu den Perseiden, die regelmäßig im August die Sterngucker faszinieren, sind die Geminiden heute die ganze Nacht über zu beobachten. Und: Diese Sternschnuppen sind oft besonders hell und langsam.

In diesem Jahr konnte man in Deutschland bereits einige Sternschnuppenschwärme sehen. Im August etwa die Perseiden, im Oktober die Orioniden und im November die Leoniden.

Sternschnuppen im Dezember 2017: Woher stammt der Name „Geminiden“?

Der Geminidenschwarm ist nach dem Sternbild Zwillinge (lateinisch gemini) mit seinen hellen Hauptsternen Castor und Pollux benannt, weil die Sternschnuppen aus exakt dieser Richtung zu fallen scheinen. Diesen gemeinsamen Ausgangspunkt der Meteorbahnen bezeichnen die Astronauten als Radiant.

Sternschnuppen im Dezember 2017: Wie entstehen Geminiden?

Die Schnuppen entstammen in Wahrheit freilich einer Staubwolke, die unsere Erde auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr um dieselbe Zeit durchquert. Dabei treten die Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein, in der sie dann die als Sternschnuppen bekannten Leuchterscheinungen erzeugen.

Ungewöhnlich ist der Ursprung der Staubwolke, die für das Geminidenspektakel verantwortlich ist. In der Regel gehen Meteorströme auf winzige Überreste von Kometen zurück - Schweifsterne, die bei der Annäherung an die heiße Sonne Gas und Staub freisetzen, der sich dann über die Kometenbahn verteilt.

So liegt beispielsweise der Ursprung der Perseiden in der kosmischen Staubspur des Kometen „Swift-Tuttle“, der etwa alle 130 Jahre der Sonne einen Besuch abstattet. Anders die Geminidenstaubwolke: Sie stammt nicht von einem Kometen, sondern geht offenkundig auf einen Asteroiden zurück - einen eher festen Kleinkörper unseres Sonnensystems.

Der Geminidenasteroid heißt Phaeton und umrundet die Sonne in rund eineinhalb Jahren. Die Geminiden weisen noch weitere Besonderheiten auf. So ziehen die Meteore des Stroms vergleichsweise langsam über den Himmel. Grund ist die geringe Geschwindigkeit, mit der die Geminidenteilchen in die Atmosphäre eintauchen.

Als weitere Eigentümlichkeit der Geminiden gilt, dass in den Stunden des Sternschnuppenmaximums zunächst die lichtschwächeren und erst am Ende die hellsten Meteore aufleuchten. Besonders auf diese hellen Geminiden dürften sich jene freuen, die beim Anblick einer Sternschnuppe an die Erfüllung eines Wunschs glauben - gerade in der Vorweihnachtszeit.

Sternschnuppen im Dezember 2017: So sehen die Geminiden aus

Geminiden im Dezember 2017: Wann kann man die Sternschnuppen am Himmel sehen?

Himmelsgucker dürfen sich freuen: Denn noch in dieser Woche, in der Nacht von Mittwoch 13. Dezember auf Donnerstag, 14. Dezember 2017, erreichen die Geminiden ihr Maximum. Dann werden bei wolkenfreiem Himmel stündlich dutzende Meteore zu sehen sein. In diesem Jahr stört zudem der helle Mond die Beobachtung der flitzenden Lichtpunkte nicht. Das teilte das Haus der Astronomie in Heidelberg mit.

Die besten Beobachtungsbedingungen gibt es demnach rund um Mitternacht - und der Mond geht erst am Donnerstagmorgen gegen 4.00 Uhr auf.

Geminiden im Dezember 2017: Wo und wie kann man die Sternschnuppen sehen?

Zum Beobachten der Geminiden eignen sich am besten dunkle Orte fernab der Städte. Also Orte ohne künstliches Licht und mit guter Rundumsicht. „Wenn die Sicht zum Himmel frei ist, reicht das aus“, erklärt Sirko Molau von der Vereinigung der Sternfreunde, die ihren Sitz im südhessischen Heppenheim hat. Allerdings könnten auch die Bewohner von Großstädten bei klarem Wetter Glück haben. Denn der nach dem Sternbild Zwillinge benannte Schwarm bringt erfahrungsgemäß besonders viele und helle Sternschnuppen hervor, die in der Regel auch am Himmel über den lichtdurchfluteten Städten zu sehen sind.

Wer die Geminiden im Dezember übrigens fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Geminiden im Dezember 2017: Wie ist die Wetterprognose?

Wie bereits erwähnt, sieht man die Geminiden logischerweise am besten bei wolkenfreiem Himmel. Doch wie wird das Wetter in Deutschland in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag? „In Deutschland liegen die Chancen für einen Blick bei über 50 Prozent“, so der Meteorologe Robert Hausen vom Deutschen Wetterdienst. „Es gibt immer wieder Wolkenlücken und nur vereinzelte Schauer.“

Im Ausland seien die Aussichten im Landesinneren von Spanien und Portugal gut, auch in Südfrankreich und Südosteuropa. Schlechteres Wetter wird vorhergesagt etwa für Finnland, Westrussland, Polen, Slowenien und Italien.

Welche Sternschnuppen gibt es 2017 noch zu sehen?

In diesem Jahr stehen noch die Ursiden im Kalender. Das Maximum dieser Sternschnuppen wird in der Nacht vom 20. auf 21. Dezember erwartet. Allerdings wird mit nur zehn Meteoren pro Stunde gerechnet.

sk/AFP/dpa

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