Skandal erreicht Starkoch Schuhbeck

"In meinen Produkten ist kein Pferdefleisch"

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"Ich bin erschüttert", sagte Alfons Schuhbeck zum´Pferdefleisch-Verdacht. Seine Produkte seien aber sauber, versicherte der Starkoch.

Schwerin - Im Pferdefleisch-Skandal kommt nun sogar der Name von Alfons Schuhbeck in Spiel. Doch der Starkoch versichert, Gerichte der Marke "Schuhbecks Genießer Service" seien nicht betroffen.

Nach ersten Untersuchungen hatte die Firma Schuhbecks Genießer Service (SGS) nicht ausschließen können, dass einzelne Produkte für die Supermarktkette Rewe Pferdefleisch enthielten. Experten des Schweriner Verbraucherministeriums sagten, erste Ergebnisse der genauen Analyse sollten am Montagnachmittag bekanntgegeben werden.

Schuhbeck: "Ich bin erschüttert"

Der Münchener Starkoch Alfons Schuhbeck, unter dessen Namen die Firma SGS produziert, sagte der Zeitung Bild: „Ich bin erschüttert. In Produkten aus meiner Linie ist aber kein Pferdefleisch verarbeitet. Die Firma SGS hat eine Lizenz von mir, hochwertige Gerichte zu produzieren – die Produkte, in denen Pferdefleisch gefunden wurde, stammen aus einer ganz anderen Linie.“

Lebensmittelexperten haben bereits gewarnt, dass sich der Pferdefleisch-Skandal in seinem Ausmaß bundesweit ausweiten werde. Neben Rewe sind auch die Supermarktketten Tengelmann, Aldi Süd, Lidl und Konsum betroffen.

Heinz Seyr, der Geschäftsführer von SGS, gab jedoch gegenüber Bild bekannt:  „Die Produkte von Herrn Schuhbeck werden mit anderen Rohwaren und anderen Maschinen hergestellt, als die Produkte der Rewe-Linie.“ Am 12. Februar habe die Firma zudem "lückenlos" die Bestätigung bekommen, dass kein Pferdefleisch verarbeitet wurde. Die Bekanntgabe der Analyseergebnisse am Nachmittag soll bei SGS nun Klarheit bringen.

Lebensmittelskandale in Deutschland

Lebensmittelskandale in Deutschland

Vergammelt, verseucht, falsch deklariert - Lebensmittelskandale haben Verbraucher in Deutschland schon mehrfach verunsichert. © dpa
März 2013: 10 000 Tonnen vergifteter Mais wurden zu Tierfutter verarbeitet. Allein in Niedersachsen sind mehr als 3500 Bauernhöfe beliefert worden. © dpa
Februar 2013: Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie von Bio-Betrieben wurden als angebliche Bio-Eier verkauft, obwohl die Legehennen nicht vorschriftsgemäß gehalten. © dpa
Januar 2013: In mehreren europäischen Ländern wird in Supermarktprodukten neben dem angegebenen Rindfleisch auch Pferdefleisch gefunden. Mitte Februar tauchen auch in Deutschland Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch auf. © dpa
2012: Nach dem von Behörden verhängten Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München meldet die Bäckereikette Müller-Brot Insolvenz an. Kontrolleure fanden wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen in Maschinen der Bäckerei. © dpa
2011: In Deutschland sterben rund 40 Menschen an den Folgen des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate. Später stellt sich heraus: EHEC war von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden. © dpa
2010: Mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Biohöfe gesperrt. © dpa
2008: Vergammelter Mozzarella aus Italien landet auch auf deutschen Käsetheken. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein. © dpa
Lebensmittelskandale in Deutschland
2005: Mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern sind in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen wurden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonderes Aufsehen erregte ein Unternehmer aus dem bayerischen Deggendorf: Er importierte tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz, deklarierte sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten im In- und Ausland. © dpa
2005: In zwei Filialen einer Supermarktkette werden bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und so das Verfallsdatum verlängert. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich mit ähnlichen Vorwürfen. © dpa
2001: Mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien gelangen über die Niederlande nach Deutschland. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. © dpa
1997: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. © dpa

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