Schwermetalle und Weichmacher gefunden

Spielzeug in Kinderzeitschriften oft giftig

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Auch in einem Spielzeug eines "Prinzessin Lillifee"-Heftes war schadstoffbelastet.

München - Besorgniserregender Fund: Die Spielzeug-Beigaben von Kinderzeitschriften enthalten oftmals gesundheitsschädigende Schwermetalle wie Blei und Cadmium sowie Weichmacher.

Bei einer labortechnischen Untersuchung im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen waren sechs von acht Spielzeugen mit Schadstoffen belastet, wie aus den der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorliegenden Untersuchungsergebnissen hervorgeht.

Vier Spielzeuge enthielten demnach Rückstände des Schwermetalls Cadmium, das Nieren und Knochen schädigen kann. In geringer Menge fand es sich in einem Glitzerfächer, der einem " Prinzessin Lillifee "-Heft beigefügt war, einer Baby-Filly-Mermaid-Figur aus dem " Filly Extra " und einem Tomahawk, den es im Juli zum " Yakari "-Heft dazu gab. Letzteres wies zusätzlich noch vier Milligramm Blei pro Kilogramm auf.

Eine deutlich höhere Blei- und Cadmium-Konzentration hatte ein Polizei-Abzeichen aus dem Heft "Dino-Action". Blei kann nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung bei Kindern zu unumkehrbaren Nervenschäden, Störungen der Hirnfunktion und zur Beeinträchtigung von Intelligenz und Aufmerksamkeit führen.

Alarmiert zeigten sich die Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn und Nicole Maisch über eine gelbe Einhorn-Figur aus Kunststoff aus dem Heft "Die Prinzessin und das Einhorn", das zu 8,7 Prozent aus dem schädlichen Weichmacher DEHP bestehen soll, der die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen kann. Der Wert übersteige den EU-Grenzwert von 0,1 Prozent um mehr als das 80-fache, kritisierten indes die Grünen. Die entsprechenden Behörden seien alarmiert worden, um Rückrufe zu ermöglichen, erklärte ein Sprecher Höhns.

"Ein Spielzeug, das laut Laborbericht zu fast neun Prozent aus giftigen Weichmachern besteht, die Unfruchtbarkeit und Entwicklungsstörungen hervorrufen können, ist Körperverletzung", sagte die Grünen-Abgeordnete Maisch der "Berliner Zeitung". Giftige Weichmacher, Schwermetalle oder Verbrennungsrückstände hätten in Spielzeugen nichts zu suchen, sagte Höhn dem Blatt. Gelinge es den Verlagen nicht, die Schadstoffmengen so weit wie möglich zu reduzieren, müsse über verstärkte staatliche Kontrollen nachgedacht werden.

Verlag hat Zweifel an der Untersuchung

Der Verlag Blue Ocean Entertainment, der sich zu den Heften "Prinzessin Lillifee" und "Filly" äußerte, erklärte am Freitagabend, die Produktzugaben seien durch ein unabhängiges Prüfinstitut auf Schadstoffe untersucht worden. "Weder beim Filly-Pferdchen, noch beim Fächer auf unserem Prinzessin-Lillifee-Magazin" seien Spuren von Cadmium entdeckt worden, erklärte Sigrun Kaiser, Vorstandsvorsitzende des Verlags. "Andernfalls hätten wir beide Produkte nicht in den Handel gebracht."

AFP

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