Wegen der Corona-Pandemie

Silvester-Feuerwerk: Heftige Corona-Entscheidung! Jetzt reagieren Aldi, Lidl und Co.

Jetzt steht es fest: In Deutschland ist der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester 2020 verboten. Viele Händler hatten aber schon Raketen und Böller bestellt und beworben – wie geht es jetzt weiter?

Update vom 15. Dezember: Manche Händler waren sich schon sicher, Feuerwerkskörper im Corona-Jahr aus dem Sortiment zu nehmen, andere hingegen hielten aufgrund der großen Kunden-Nachfrage am Verkauf fest. Jetzt haben Bund und Länder dem aber einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Beim kurzfristig anberaumten Corona-Gipfel aufgrund der dramatischen Entwicklung der Pandemie in Deutschland ist am 13. Dezember eine Entscheidung gefallen. Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird 2020 generell verboten, um das Gesundheitssystem durch viele Verletzungen nicht zusätzlich zu belasten. Auch weitere harte Maßnahmen machen keine gewöhnliche Silvester-Feier im Corona-Jahr* möglich, wie echo24.de* berichtet.

Verkauf von Feuerwerk vor Silvester verboten – so reagieren Kaufland, Aldi und Lidl

Supermarktketten wie Aldi, Lidl und Kaufland hatten ursprünglich geplant, Raketen und Böller vor Silvester 2020 zu verkaufen. Aufgrund des Bund-Länder-Beschlusses müssen die Unternehmen jetzt umplanen – was aufgrund der Kurzfristigkeit nicht so einfach ist. Man halte sich selbstverständlich an die Verordnung und werde kein Feuerwerk in den Filialen verkaufen, teilte eine Sprecherin von Kaufland auf echo24.de*-Nachfrage mit: „Derzeit prüfen wir mit unseren Lieferanten, wie wir mit den bereits bestellten Feuerwerkskörpern umgehen.“ Die Prospekte seien bereits gedruckt – aus Umweltschutzgründen werde man hier keine neuen erstellen.

Eine ähnliche Rückmeldung gibt es vom Discounter Aldi. Hier wurden die Feuerwerks-Lieferungen gestoppt. Auch hier hatte man bereits Werbung für den Verkauf von Feuerwerk vor Silvester gemacht. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, unsere Marketingmaßnahmen auf Grundlage der neuen Situation anzupassen“, teilte Aldi mit. Lidl mit Sitz in Neckarsulm hatte sogar Vorbestellungen von Raketen und Böllern über die Lidl-Plus-App* ermöglicht.

Diese werden jetzt automatisch storniert. Da die Bezahlung erst bei Abholung erfolgt wäre, müssen Lidl-Kunden nichts weiter unternehmen. „Feuerwerksartikel, die bereits an uns geliefert wurden, werden von unserem Lieferanten abgeholt“, teilte ein Lidl-Sprecher mit. Auch 24hamburg.de* berichtet über das Verbot von Verkauf und Verwendung von Feuerwerk am Silvester.

Silvester 2020 kein Feuerwerksverkauf? Das planen Märkte wie Lidl, Aldi und Co.

Erstmeldung vom 18. November: Die Corona-Pandemie hat das Leben der Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt im Jahr 2020 komplett verändert. Abstand halten, Maske tragen, große Treffen vermeiden – Kontakte reduzieren lautet das Gebot der Stunde beziehungsweise das Gebot der Monate. Noch ist nicht klar, wie das Weihnachtsfest in diesem Corona-Jahr aussehen wird. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann malte zuletzt ein unschönes Szenario*. Auch steht in den Sternen, ob die Menschen gemeinsam Silvester feiern können – und wie es mit einem Feuerwerk zur Begrüßung des neuen Jahres 2021 aussieht, wie echo24.de* berichtet. Weitere Regelungen sollen beim nächsten Corona-Gipfel von Bund und Ländern* entschieden werden.

Die Diskussion um das Silvester-Feuerwerk aus Gründen des Klimaschutzes flammt jährlich wieder auf. Die Debatte dreht sich dabei um die Umweltbelastung durch Feinstaub aus Feuerwerken. „Dieser Feinstaub, angereichert mit allerlei Schwermetallen aus den bunten Raketen, gefährdet die Gesundheit massiv“, teilt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auf ihrer Webseite mit und fordert ein Verbot von privaten Silvesterfeuerwerken. Daneben warnen auch Tierschützer jährlich vor den Folgen des Feuerwerks. Die Knallerei löse bei Tieren Stress und Panik aus, so die DUH.

Feuerwerk zu Silvester: Deutsche Umwelthilfe fordert Böller-Verbot

Vor wenigen Tagen hatten die Niederlande als erstes Land Europas ein Feuerwerksverbot zu Silvester erlassen. Zum Jahreswechsel dürfen dort Raketen, Böller und Kracher weder gekauft noch gezündet werden. Hintergrund ist jedoch nicht die Umwelt, sondern Corona: Mit dem Verbot wolle man verhindern, dass die medizinischen Notdienste in der Pandemie noch weiter belastet werden als es ohnehin derzeit der Fall ist. Nach offiziellen Angaben wurden in den Niederlanden im vergangenen Jahr rund 1.300 Menschen wegen Verletzungen durch Feuerwerkskörper in den Krankenhäusern oder Hausarztambulanzen behandelt.

Manche fordern jetzt, dem Vorbild der Niederlande zu folgen. Beim Jahreswechsel 2019/2020 galten beispielsweise in Berlin bereits mehrere große Verbotszonen für Feuerwerk. Auch auf dem zentralen Schlossplatz in Stuttgart gab es im vergangenen Jahr kein Silvester-Feuerwerk, sondern eine Lichtshow, Videoleinwände und Live-Musik. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sprach sich der Städte- und Gemeindebund NRW gegen ein generelles Verbot von Feuerwerken an Silvester aus. „Große Partys können wir uns aus dem Kopf schlagen, soviel ist sicher. Aber deswegen sollten wir nicht direkt landesweit das Abbrennen von Feuerwerk verbieten“, sagte Präsident Roland Schäfer. Dennoch prüft Baden-Württemberg ein komplettes Verbot von Silvesterböllern, wie bw24.de* berichtet. Ebenso werden wa.de* zufolge auch in NRW Forderungen nach einem Böllerverbot an Silvester laut.

Silvester-Feuerwerk: Erste Händler verzichten auf Verkauf von Böllern

Aber wie planen die Baumärkte und Supermärkte, die eigentlich Feuerwerkskörper verkaufen? Bereits 2019 hatten einige Händler Silvester-Feuerwerk aus ihrem Sortiment gestrichen. Darunter fielen einige Filialen von Rewe und Edeka. Auch die Baumarktkette Hornbach will 2020 eigenen Angaben zufolge auf den Verkauf verzichten. Ebenso gibt es beim Baumarkt Obi in diesem Jahr keine Böller zu kaufen, wie Chip.de berichtet. Die Handelsgesellschaft für Baustoffe (Hagebau) will demnach 2020 zum letzten Mal Feuerwerkskörper im Gesamtsortiment haben. 2021 werden daher nur noch einzelne hagebaumärkte Feuerwerk anbieten.

Weitere Supermarkt-Ketten wie Aldi, Lidl oder Kaufland halten derzeit noch an dem Verkauf von Böllern fest. Auf Nachfrage von echo24.de* teilt eine Pressesprecherin von Kaufland mit, man verfolge die aktuelle Diskussion zum Thema Feuerwerksverbot an Silvester sehr aufmerksam. „Sollte es entsprechende Reglementierungen geben, werden wir diese selbstverständlich einhalten.“ Aufgrund der dynamischen Corona-Situation könnte man jedoch noch keine verbindliche Aussage treffen. Derzeit plant Kaufland mit dem Feuerwerks-Verkauf in den Filialen, das Sortiment umfasst rund 80 Artikel.

Für viele Menschen in Deutschland gehört das Feuerwerk zu Silvester – wie hier in Stuttgart – traditionell dazu.

Feuerwerk an Silvester: Aldi, Lidl und Co. halten am Böller-Verkauf fest

Aldi Süd teilt ebenfalls mit, man richte das Angebot nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden aus. Die Erfahrung zeige, dass das Interesse an Feuerwerk zu Silvester seit Jahren sehr groß sei. „Auch wenn die Silvesterfeier in diesem Jahr eher klein ausfallen wird, rechnen wir mit einer entsprechenden Nachfrage“, sagte eine Pressesprecherin. Ähnlich argumentiert der Discounter Lidl*: Aufgrund der großen Nachfrage „planen wir, unseren Kunden auch in diesem Jahr eine entsprechende Auswahl anzubieten“, so eine Sprecherin. Dennoch verfolge Lidl die aktuelle Diskussion: „Grundsätzlich sind wir an einer einheitlichen sowie verbindlichen Lösung für die gesamte Branche interessiert.“

Weitere Supermärkte äußerten sich auf echo24.de-Nachfrage nicht zum Verkauf von Feuerwerk vor Silvester 2020/2021. Der Umsatz in diesem Bereich ist dennoch enorm. 2019/2020 erwartete der Verband der pyrotechnischen Industrie einen Umsatz in Höhe von 133 Millionen Euro. Und das, obwohl Kleinfeuerwerk laut Gesetz nur an den letzten drei Werktagen des Jahres verkauft werden darf.*echo24.de, wa.de, bw24.de und 24hamburg.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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