Sex-Studie: Jungs mögen bei Mädchen Geheimnisse

München - Jungs im Alter zwischen 15 und 17 Jahren wollen ihre Freundin gar nicht unbedingt so gut kennen - laut einer Sexualforscherin sogar eher im Gegenteil.

“Sie empfinden ihr Sexualleben eher dann als zufriedenstellend, wenn das Mädchen ihnen gegenüber nicht zu viel von sich und ihren Sorgen erzählt“, sagte die Psychologin Eva-Verena Wendt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Bei jungen Erwachsenen ändere sich das dann.

“Für Mädchen im Jugendalter ist die gemeinsame Vertrauensbasis für die Qualität der Sexualität besonders wichtig.“ Bei ihren männlichen Altersgenossen sei es eher umgekehrt. “Für die Männer im Jugendalter scheint in der Verschlossenheit der Partnerin teilweise ein gewisser Reiz zu liegen“, sagt sie. “Sie berichten dann über mehr Genuss in ihrem Sexualleben und auch eine höhere Bedeutung der Sexualität.“ Ein möglicher Grund: In der Jugend seien Beziehungen selten auf Dauer ausgelegt, nur selten lebten die Paare zusammen.

Mit dem Alter werde der Zusammenhalt wichtiger - und somit auch der emotionale Austausch. “Die emotionale Selbstöffnung gegenüber dem Partner zahlt sich auch im sexuellen Bereich aus und ist für junge Paare der beste Schutz vor sexuellen Problemen“, sagt Wendt.

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Ob das Sexualleben gut ist, hänge bei Männern stärker mit dem Alter zusammen als bei Frauen. Besonders junge Männer litten unter sexuellem Leistungsdruck. Im jungen Erwachsenenalter lasse dieser nach und der Sex werde besser, sagt Wendt. Bei Frauen komme es dagegen nicht so sehr auf das Alter, sondern auf die Dauer der Beziehung an. Je länger eine Beziehung dauere, desto unzufriedener seien sie mit dem Sex. Das gilt für Mädchen im Jugendalter genauso wie für Frauen im jungen Erwachsenenalter.

Für ihre Doktorarbeit hat Wendt jeweils rund 50 sexuell aktive Paare im Jugend- und jungen Erwachsenenalter zu ihrer aktuellen Partnerschaft und der Qualität ihrer sexuellen Beziehung befragt. Für ihre Arbeiten zum Thema “Sexualität und Bindung“ wurde die Forscherin an diesem Samstag bei der Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften mit dem Preis der Peregrinus-Stiftung ausgezeichnet. Er ist mit 5100 Euro dotiert.

dpa

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