In Thüringen

Sechs Wolf-Hund-Mischlingswelpen sollen getötet werden

In Thüringen sollen sechs sogenannte Wolfhybriden getötet werden. Eine Haltung im Gehege sei keine artgerechte Alternative, so Experten.

Ohrdruf - Die Mischlinge zwischen Wolf und Haushund seien Jungtiere einer Wölfin, die auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf lebt, wie das Thüringer Umweltministerium am Donnerstag in Erfurt mitteilte. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) habe "zweifelsfrei" bestätigt, dass es sich bei den etwa fünf Monate alten Welpen um Kreuzungen handelt. Die Experten empfehlen demnach, die Jungtiere aus Artenschutzgründen zu töten, um die Wildtierpopulation Wolf vor dem Eindringen von Haushund-Genen zu schützen. Eine Vermischung der Gene würde den Fortbestand der Wolfspopulation gefährden.

Gehege-Haltung keine artgerechte Alternative

Ein Betäuben der Tiere und der Transport in ein Gehege ist aus Sicht der DBBW keine tierschutzgerechte Alternative. Erfahrungen aus Sachsen hätten gezeigt, dass die dort gefangenen Hybridwelpen sehr unter der Gehegehaltung litten. Zuletzt hatten sich seit Juli Übergriffe auf Nutztiere rund um den Übungsplatz Ohrdruf gehäuft, nachdem es zuvor über fast zwei Jahre keinen Fall gegeben hatte. In diesem Jahr wurden bereits 65 Schafe und 14 Ziegen Opfer von Attacken. In zwei von 13 Fällen wurde die Ohrdrufer Wölfin durch DNA-Analysen eindeutig als Verursacherin nachgewiesen. Wölfe sind seit einigen Jahren wieder in Deutschland heimisch. Im Jahr 2000 gelang es einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar in der Oberlausitz in Sachsen erstmals seit rund 150 Jahren, wieder Welpen in Deutschland aufzuziehen. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt. Es ist verboten, einen Wolf zu fangen oder zu töten. Dennoch werden immer wieder erschossene oder sogar geköpfte Wölfe gefunden. Viele sterben auch im Straßenverkehr.

afp

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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