Schweinegrippe-Impfung: Klagen wegen Folgen

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Betroffene klagen gegen das Land NRW wegen der Folgeerkrankungen durch die Schweinegrippe-Impfung.

Düsseldorf - Wegen Folgeerkrankungen nach der Schweinegrippe-Impfung fordern erste Betroffene in Nordrhein-Westfalen Entschädigungszahlungen vom Land. Bisher sind vier Anträge gestellt.

Insgesamt lägen derzeit vier Anträge vor, ein weiterer werde erwartet, erklärte ein Sprecher des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums am Mittwoch auf DAPD-Nachfrage und bestätigte damit einen Bericht des “Westfalen-Blatts“. Die Anträge werden derzeit von den Landschaftsverbänden Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland bearbeitet. Sie entscheiden darüber, ob das Land wegen möglicher Impfschäden tatsächlich in Regress zu nehmen ist.

Wenn klar belegbar sei, dass Erkrankungen tatsächlich auf die öffentlich empfohlenen Schweinegrippe-Impfung zurückgingen, müsse das Land zum Beispiel für die Kosten der Krankenbehandlung oder für Rentenansprüche aufkommen, erklärte ein LWL-Sprecher. Dem Landschaftsverband in Münster liegt den Angaben zufolge derzeit der Antrag einer 51-jährigen Frau aus dem Kreis Warendorf vor, die nach der Impfung im Krankenhaus behandelt werden musste. Nähere Details nannte der Sprecher nicht.

Kopfschmerzen und Übelkeit

Beim Landschaftsverband Rheinland sind laut “Westfalen-Blatt“ die Anträge eines 30 Jahre alten Mannes aus Düsseldorf, eines 60-jährigen Mannes aus Kleve und eines 71-jährigen aus Fürstenau (Kreis Höxter) eingegangen. Die Betroffenen aus Düsseldorf und Kleve sollen an einer Hauterkrankung leiden. Bei dem 71-Jährigen sollen sich nach der Impfung die Nerven im Schädelbereich entzündet haben und die Augenmuskeln geschwächt worden sein. Zudem plagen den Mann dem Bericht zufolge Kopfschmerzen und Übelkeit.

Der Landschaftsverband Rheinland war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Insgesamt wurden nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts bis zum 30. Dezember bei rund 1.380 Menschen Verdachtsfälle von unerwünschten Reaktionen nach der Impfung gegen die Schweinegrippe gemeldet. Am häufigsten sei über Fieber, Schmerzen der Impfstelle, Kopfschmerz, Schüttelfrost, Übelkeit, Ermüdung, Schwindelgefühl sowie Kreislaufkollaps berichtet worden.

Eine Million Menschen in NRW geimpft

In Nordrhein-Westfalen haben sich laut Gesundheitsministerium bislang rund eine Million Menschen impfen lassen. Da das Land verpflichtet sei, vom Hersteller Glaxo-Smith-Kline 7,4 Millionen Impfdosen des Serums Pandemrix abzunehmen, versuche NRW 6,4 Millionen überzähliger Dosen an andere Staaten zu verkaufen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dem “Westfalen-Blatt“.

Die Zahl der überzähligen Impfdosen in allen Bundesländern wird von den Gesundheitsbehörden dem Bericht zufolge auf 27,6 Millionen geschätzt. Die Impfquote ist demnach mit 3,5 Prozent in Baden-Württemberg am niedrigsten und mit jeweils zehn Prozent in Sachsen und Sachsen-Anhalt am höchsten.

DAPD

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