Drama in Marsberg

Fatale Böllerschüsse: Verdacht auf fahrlässige Tötung

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Kerzen stehen vor dem Tor zum Gelände der Schützenhalle Marsberg.

Marsberg - Nach dem Tod eines Schützenkönigs bei Böllerschüssen im Sauerland ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

„Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an“, sagte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis am Sonntag in Meschede der Deutschen Presse-Agentur. Dabei prüften die Beamten auch, wann nach dem schockierenden Ereignis in Marsberg am Samstag mit der Vernehmung von Zeugen begonnen werden könne.

Zu weiteren Details des Unfallhergangs äußerte sich der Sprecher nicht. Beim Abfeuern von Böllerschüssen hielten nach früheren Angaben zwei Kanonen dem Druck nicht stand, Metallteile wurden nach hinten durch die Luft geschleudert. Der 30-jährige Schützenkönig wurde dabei so schwer verletzt, dass er wenig später in einem Krankenhaus starb. Der Schützenkönig habe in einer kleinen Gruppe mit drei, vier Leuten zusammengestanden. Andere Personen wurden aber nicht verletzt.

Verband: Schützenfestunfall ist „tragischer Einzelfall“

Nach Verbandseinschätzung handelt es sich bei dem Unglück um einen „tragischen Einzelfall“. „Es ist schon sehr lange her, dass einmal ein Kanonenrohr geborsten ist. Dabei wurde niemand verletzt“, sagte der Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS), Rolf F. Nieborg, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. In Marsberg war am Samstag der Schützenkönig von umherfliegenden Metallteilen tödlich getroffen worden, nachdem Böllerkanonen dem Druck nicht standhielten.

Ein Fenster der Schützenhalle Marsberg im Sauerland ist von einem Metallteil durchschlagen worden.

Der Verband verfüge über keine Informationen zur Unfallursache in Marsberg. Grundsätzlich bestehe die Gefahr, dass es eine Materialermüdung gebe, die von außen schwer zu erkennen sei. „Deshalb müssen solche Geräte regelmäßig gewartet und kontrolliert werden. Der Wartungstermin ist alle fünf Jahre bei den Beschussämtern in NRW. Bei Beschuss müssen auch Sicherheitsabstände eingehalten werden“, erläuterte der Sprecher des BHDS weiter.

Der BHDS ist der Dachverband von 1700 Bruderschaften mit etwa 400 000 Schützen und Familienangehörigen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz sowie in Teilen Thüringens. Daneben gibt es weitere Verbände für Sportschützen. Die Schützenbruderschaft in Niedermarsberg, einem Ortsteil von Marsberg, gehört zum eigenständigen Sauerländischer Schützenbund.

Bilder vom Unglücksort

Schützenkönig von Kanonenteil tödlich getroffen

dpa

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