Auf Klassenfahrt 14-Jährige vergewaltigt?

Lübeck/London - Zwei Gymnasiasten aus Lübeck sitzen in London in Untersuchungshaft. Die beiden Jugendlichen sollen auf einer Klassenfahrt ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt haben.

Zwei Gymnasiasten aus Lübeck sollen auf einer Klassenfahrt in London ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt haben. Die jungen Männer seien in London von der Polizei festgenommen worden und sitzen in U-Haft, berichten die “Lübecker Nachrichten“ in ihrer Dienstagsausgabe. Der Sprecher des schleswig-holsteinischen Bildungsministeriums, Thomas Schunck, bestätigte den Bericht. Das Ministerium stehe mit den britischen Behörden in Kontakt, sagte er. Die mutmaßlichen Täter und das aus dem Bremer Umland stammende Opfer hatten laut “Lübecker Nachrichten“ vor der Tat gemeinsam gefeiert.

Schüler sollen Vergewaltigung mit Handy gefilmt haben

Die beiden Lübecker besuchen die 12. Klasse des Fachgymnasiums Technik der Emil-Possehl-Schule in Lübeck. Während einer Studienfahrt sollen sie in einem Londoner Jugendhotel gemeinsam mit Schülern der 9. Klasse einer Realschule aus dem Bremer Umland gefeiert haben, zu der auch die 14-Jährige gehört. Im Laufe der Nacht soll es dann in einem Zimmer des Hotels zu der Vergewaltigung gekommen sein, berichten die “Lübecker Nachrichten“. Ihre Tat sollen die beiden jungen Männer per Handykamera gefilmt haben. Das Mädchen hatte sich unmittelbar danach einer Lehrerin anvertraut, die die Behörden eingeschaltete.

Die Polizei habe zunächst fünf Schüler festgenommen, hieß es. Drei von ihnen seien jedoch nach 36 Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da ihnen keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden konnte, berichtet die Zeitung weiter.

Haben Lehrer ihre Aufsichtspflicht verletzt?

Nach Angaben des Kieler Bildungsministerium soll sich die Tat bereits Ende vergangener Woche ereignet haben. “Wir sind zeitnah von dem Vorfall unterrichtet worden und haben die deutschen Ermittlungsbehörden um Hilfe bei der Aufklärung gebeten“, sagte Schunck. Das Ministerium habe zudem den schulpsychologischen Dienst eingeschaltet. “Aus unserer Sicht ist es wichtig zu klären, was genau vorgefallen ist und ob möglicherweise Lehrkräfte ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, besonders im Fall der noch minderjährigen Realschülerin“, sagte der Ministeriumssprecher.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, die deutsche Botschaft in London sei ebenfalls mit dem Fall befasst. “Die Betroffenen werden konsularisch betreut, wir stehen mit ihren Anwälten und den britischen Behörden in Kontakt“, sagte der Sprecher.

dpa

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