Schüler wegen Drogengeld getötet: lange Haftstrafen

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Die Angeklagten Labinot B. (hinten,2.v.l), Gzim L. (vorne. li.) sowie Yakup M. (hinten, re.) sind vom Hamburger Landgericht zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Hamburg - Weil sie den 17-jährigen Kirk im Streit um Drogenschulden erstickt und die Leiche verbrannt haben, sind drei Männer im Alter von 21 bis 23 Jahren zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Im Streit um geringe Drogenschulden haben drei junge Männer einen Hamburger Schüler misshandelt, qualvoll erstickt und verbrannt. Dafür hat das Landgericht der Hansestadt die 21, 22 und 23 Jahre alten Angeklagten am Mittwoch zu Haftstrafen von acht bzw. neuneinhalb Jahren wegen Totschlags und versuchter räuberischer Erpressung verurteilt. Es habe sich um eine grauenvolle Tat aus einem nichtigen Anlass gehandelt, die besonders verwerflich sei, sagte der Vorsitzende Richter. Nur knapp seien die drei Angeklagten einem Urteil wegen Mordes entgangen.

Nach Überzeugung des Gerichts hatten die drei Freunde den 17 Jahre alten Kirk im April vergangenen Jahres in die elterliche Wohnung eines der Angeklagten gelockt. Er schuldete dem 22-Jährigen ein paar Euro nach einem Marihuana-Kauf. Als es bei dem Treffen zum Streit kam, schlugen die drei auf den Jugendlichen ein, bevor ihn der 22- Jährige mit einem Gummigurt strangulierte und der 23-Jährige ihm eine Zwiebel in den Hals stopfte. Der 21-Jährige sprang mehrmals auf den Rücken des sich wehrenden Opfers.

Nachdem der Schüler nach einem minutenlangen Todeskampf erstickt war, verbrannte das Trio die Leiche auf einer illegalen Müllkippe neben einer Autobahn. Ein Mitarbeiter der Hamburger Wasserwerke fand die verkohlte Leiche am folgenden Morgen auf einer Art Scheiterhaufen aus alten Tapeten und Bauschutt. Die Täter waren Tage später festgenommen worden, nachdem sich der Jüngste der Polizei gestellt hatte.

Als Hauptverantwortlichen für Kirks Tod verurteilte das Gericht den 22-Jährigen, der zur Tatzeit erst 20 Jahre alt war, zu einer Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren. Die Richter lagen nur knapp unter der gesetzlich möglichen Höchststrafe von zehn Jahren und über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die neun Jahre gefordert hatte.

Der 22-Jährige sei derjenige gewesen, bei dem der 17-Jährige Schulden gehabt habe, er habe das Treffen zum Eintreiben arrangiert und er sei auch dafür verantwortlich, dass dieser Versuch “auf eklatante Weise und mit fatalen Folgen aus dem Ruder lief“, sagte der Richter.

Den 21-Jährigen verurteilten die Richter zu einer Jugendstrafe von acht Jahren, den 23-Jährigen schickten sie nach Erwachsenenrecht für neuneinhalb Jahre hinter Gitter. Die beiden hätten dem Geschehen nicht Einhalt geboten, sondern sich im Rahmen “gruppendynamischer Prozesse“ daran beteiligt und Kirks Tod ebenfalls billigend in Kauf genommen.

Die drei Angeklagten hatten während des seit Ende Oktober 2008 laufenden Verfahrens selbst oder über ihre Anwälte gestanden. Sie hatten ihre Rollen aber teils abweichend dargestellt. Während sich die zwei älteren selbst schwer beschuldigten, hatte sich der jüngste als weitgehend Unbeteiligter präsentiert. Das glaubten ihm die Richter aber nicht.

dpa

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