Schläger von München zeigen keine Reue

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An Sendlinger-Tor-Platz wurde eine Geschäftsmann brutal zusammengeschlagen.

München/Zürich - Sie sind vorbestraft, ein Anti-Aggressions-Training hat nichts bewirkt: Die drei 16-jährigen Schüler aus der Schweiz, die wegen Mordversuchs in München in Untersuchungshaft sitzen, mussten in ihrer Heimat unter anderem wegen Angriffen auf Menschen Sozialdienste leisten.

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Das teilte die Jugendstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Freitag mit. Für einen von ihnen sei bereits im vergangenen Herbst eine "deliktorientierte Therapie" angeordnet worden. Nacheinander waren die Jugendlichen bei einer Klassenreise in München wahllos und brutal auf unbeteiligte Menschen losgegangen. In ersten Vernehmungen hätten sie keine Reue gezeigt, teilte die Polizei in München mit. Die Ermittler bezeichneten die Tat als "noch alarmierender" als den Fall der Münchner U-Bahn-Schläger vor eineinhalb Jahren.

Damals hatten zwei junge Männer einen Rentner wegen dessen Hinweis auf das Rauchverbot in der U-Bahn lebensgefährlich verletzt. Sie hätten zumindest noch einen Auslöser für den Gewaltausbruch gehabt, sagte ein Polizeisprecher. Dieses Mal hingegen sei das einzige Motiv die "Lust am Klatschen" gewesen.

Das Video zum Fall:

„Wollten jemanden wegklatschen„

Die Schüler aus Küsnacht bei Zürich hatten in einem Park in der Münchner Innenstadt gefeiert, getrunken und Haschisch geraucht. Gegen 23.30 Uhr schlugen sie einen 46-jährigen Geschäftsmann und anschließend auf dem Weg in ihre Unterkunft einen 27-jährigen Studenten nieder. Der schwer verletzte Geschäftsmann aus Ratingen in Nordrhein-Westfalen ist inzwischen auf dem Weg der Besserung.

"Es geht ihm besser", sagte Polizeisprecher Wolfgang Wenger. Es sei aber unklar, ob der Mann bleibende Schäden davontragen werde. Er hatte mehrere Brüche im Gesicht erlitten, darunter an einer Augenhöhle. Befürchtet werden Folgen für das Auge. Der Student erlitt Blutergüsse und konnte ambulant behandelt werden.

Ermittler suchen weitere Opfer

"Die Botschaft ist: Null Toleranz", sagte Wenger. "Wer so etwas macht, wird erwischt." Die mutmaßlichen Täter waren nur gut drei Stunden nach der Tat gefasst worden und hätten nun mit aller Härte des Gesetzes zu rechnen. Auf versuchten Mord stehen nach Jugendstrafrecht bis zu zehn Jahre Haft.

Die Ermittler suchen derzeit drei noch unbekannte Opfer. Die Jugendlichen hatten nach ihrer Festnahme selbst zugegeben, neben dem Geschäftsmann und dem Studenten drei weitere Männer geschlagen zu haben. "Wir wissen noch nicht, wer das ist. Wir hoffen, dass sie sich melden", sagte Wenger. Spekuliert wird, ob es sich bei den Opfern um Stadtstreicher handelte.

Vorstrafen und Sozialdienst

Einer der 16-Jährigen ist slowenischer Staatsangehöriger, die anderen beiden sind Schweizer Staatsangehörige. Ein 15-Jähriger portugiesischer Herkunft und ein 17-Jähriger wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Ob und inwieweit auch sie zur Verantwortung gezogen werden, sollen die Ermittlungen erbringen. Die Zehntklässler der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht waren auf Klassenfahrt in München. Den Lehrern sei kein Vorwurf zu machen, betonte Wenger. "Die Lehrer haben sich sehr kooperativ verhalten."

Einer der drei Beschuldigten war wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs verurteilt, ein zweiter wegen einfacher Körperverletzung. Der dritte Jugendliche ist wegen Raubversuchs sowie Faustschlägen und Tritten vorbestraft. Die Strafen lagen zwischen neun Tagen und vier Wochen Sozialdienst.

dpa

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