Viersen im Ausnahmezustand

Nach Bombensprengung: Alle Häuser bewohnbar

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Die Sprengung der Bombe in Viersen richtete großen Schaden an.

Viersen - Nach der Bombensprengung im Zentrum von Viersen haben die Behörden Entwarnung gegeben. Alle Wohnungen seien weiterhin bewohnbar, niemand sei obdachlos geworden.

Das teilten Sprecher von Stadt und Feuerwehr mit. Das Wichtigste sei aber, dass niemand verletzt worden sei. Allerdings müssen Gebäudeteile von zwei Häusern einer Ladenpassage abgerissen werden. Der Gesamtschaden sei weiterhin nicht bezifferbar. Die Fernzündung der gefährlichen Bombe an Ort und Stelle sei unumgänglich gewesen. Sie sei baugleich mit der Bombe gewesen, die Ende August in München großen Schaden angerichtet hatte.

Die Sprengung hat Spuren hinterlassen. In der Viersener Fußgängerzone klaffte nach der Sprengung ein metertiefer Krater. Schaufensterscheiben wurden eingedrückt. Die Fassaden der umliegenden Häuser war voller Dreck bis hoch aufs Dach, etliche Dachziegeln und Fensterscheiben lagen zertrümmert in der Tiefe.

Wegen der Fünf-Zentner-Bombe mit Säurezünder aus dem Zweiten Weltkrieg waren knapp 8000 Menschen seit Montagnachmittag in Sicherheit gebracht worden. Rund 900 Rettungskräfte waren im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Bombensprengung in Viersen

Bilder: Bombensprengung in Viersen

Nach stundenlangem Warten war der Blindgänger gegen 23.06 Uhr am Montag kontrolliert gesprengt worden. Der Fund der Bombe hatte Viersen in einen Ausnahmezustand versetzt. „Bei dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt es sich um eine tückische Bombe, die wegen des Säurezünders nicht entschärft werden kann“, hieß es kurz vor der Detonation. In München hatte es bei Sprengung einer solchen Bombe vor drei Wochen einen Millionenschaden gegeben.

Die amerikanische Fünf-Zentner-Bombe war bei Bauarbeiten im Zentrum der 75.000-Einwohner-Stadt gefunden worden. Nach einer ersten Bilanz des Kreises Viersen wurden rund 8000 Menschen seit dem Nachmittag in Sicherheit gebracht. Etwa 900 Helfer - etwa von Feuerwehr, Polizei oder THW - waren den Angaben zufolge im Einsatz.

Die Fundstelle wurde mit Stroh und Sand gesichert. Dennoch sprach Feuerwehr-Einsatzleiter Frank Kersbaum von „enorme Schäden“ an den umliegenden Gebäuden.

Auch in München hatten es die Sprengmeister mit einer mit Säurezünder versehenen 250 Kilogramm schweren Bombe zu tun. Der Blindgänger im zentralen Stadtteil Schwabing konnte ebenfalls nicht entschärft werden und wurde daher am 28. August gesprengt. Die Druckwelle beschädigte etliche Häuser. Fassaden wurden eingedrückt, Fenster gingen zu Bruch, Dachstühle fingen Feuer.

In Duisburg dagegen war im März die komplizierte Entschärfung eines Blindgängers mit Säurezünder geglückt. Der Verkehr im Duisburger Stadtzentrum wurde zwar weitgehend lahmgelegt. Aber gut eine Stunde nach Beginn der Entschärfung konnte der Kampfmittelräumdienst Entwarnung geben. Damals hatte es geheißen, man habe den Blindgänger wegen des besonders gefährlichen Säurezünders noch am selben Tag entschärfen müssen.

dpa

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