Schaden: Reaktorblock muss abgeschaltet werden

Gundremmingen - Im größten deutschen Atomkraftwerk im schwäbischen Gundremmingen muss ein Reaktorblock wegen eines vermutlich defekten Brennelements abgeschaltet werden.

Die Betreiber des Atommeilers wollen mit der Abschaltung aber noch einige Tage warten, wie die Kraftwerkssprecherin Simone Rusch am Donnerstag sagte. Schwäbische Atomkraftgegner kritisierten dies als unverantwortlich. Am Sonntag soll der Block B nach Angaben des Werks vom Netz genommen werden. Aus veränderten Messwerten im Reaktorkühlkreislauf hätten sich Hinweise auf einen Brennelementschaden ergeben. Eine Gefährdung des Personals oder der Umgebung sei allerdings nicht zu befürchten, hieß es.

Derzeit ist bereits der zweite Kraftwerksblock, der Block C, wegen einer routinemäßigen Revision vom Netz genommen. “Das ist unverantwortlich, wenn die jetzt noch ein paar Tage den Reaktor weiterlaufen lassen“, kritisierte der Sprecher der schwäbischen Atomkraftgegner, Raimund Kamm und warnte: “Da sich in den Brennstäben durch die Kernspaltung hoher Druck aufbaut und radioaktive Gase gebildet werden, entweichen bei Leckagen diese strahlenden Gase ins Kühlwasser.“ Der Atomkritiker forderte eine sofortige Abschaltung “und zwar so lange, bis der Schaden am Brennelement behoben ist“. Er mutmaßte, dass die Betreiber RWE und EON den Reaktor nicht abschalten wollen, “weil bereits Block C wegen Revision abgeschaltet ist“.

Kraftwerkssprecherin Rusch entgegnete auf dapd-Anfrage, dass “die Messwerte noch weit unterhalb des zulässigen Grenzwertes lägen“ und diese nicht aus sicherheitstechnischen Gründen zu einem Abfahren zwingen würden. Das geschehe vorsorglich und müsse auch nicht sofort geschehen. Die Revision im Block C sei nach vier Wochen fast abgeschlossen, er werde in den nächsten Tagen wieder ans Netz gehen.

dapd

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