Sauerland-Terrorist nahm eigenen Tod in Kauf

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Der mutmaßliche Rädelsführer der Sauerland-Gruppe , Fritz Gelowicz.

Düsseldorf - Der mutmaßliche Rädelsführer der Sauerland-Gruppe , Fritz Gelowicz , hat bei seinen Dschihad-Plänen auch die Möglichkeit seines Todes in Kauf genommen.

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“Ich war mir bewusst, dass man dort umkommen kann“, sagte der 29-Jährige am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf . “Das ist ein Teil des Dschihad.“ Jedoch habe er nicht den Märtyrer-Tod als Ziel gehabt, als er sich dem bewaffneten Kampf anschließen wollte. Das Ziel sei “der Sieg über den Feind“ gewesen. Über die Möglichkeit, dass er etwa bei Kämpfen in Afghanistan auch auf deutsche Soldaten hätte treffen können, habe er nicht nachgedacht, sagte Gelowicz auf Nachfrage.

Dies habe bei seinen Vorstellungen keine Rolle gespielt: “In meinem Kopf waren eher die Amerikaner.“ Bei Fragen nach seiner Einstellung zur Demokratie tat sich der Hauptangeklagte fühlbar schwer. “Als Moslem folge ich dem Koran“, sagte er. Trotz seiner ausführlichen Aussage weigerte sich Gelowicz, Fragen der psychiatrischen Sachverständigen zu beantworten - weder im Gerichtssaal noch in einem Gutachter-Gespräch.

Selek laut Gelowicz aus der Gruppe ausgestiegen

Der 29-Jährige betonte, der Mitangeklagte Atilla Selek sei schon vor der Festnahme der anderen aus der Gruppe ausgestiegen. Er selbst und Adem Yilmaz hätten hinter den Anschlagsplänen gestanden - dagegen habe Selek von Beginn an geschwankt und dann beschlossen, in die Türkei zu gehen. Er habe ihn aber noch um die Zünderbeschaffung gebeten: “Ich hätte nicht gedacht, dass da eine Gefahr für ihn besteht.“

Auch auf Nachfrage der Bundesanwaltschaft beharrte Gelowicz darauf, dass er Selek keineswegs für spätere Aktionen “geparkt“ habe: “Er ist ganz konkret ausgestiegen.“ Auch Daniel Schneider hatte nach den Worten des mutmaßlichen Rädelsführers stark geschwankt. Die Verteidigung stellte die Rolle des möglichen Helfers Mevlüt K. in den Mittelpunkt ihrer Fragen. Dieser soll bei der Zünderbeschaffung geholfen haben und für den türkischen Geheimdienst gearbeitet haben. Gelowicz sagte, er habe gewusst, dass dieser entsprechende Kontakte hatte - habe dies aber eher als nützlich empfunden.

“Als Moslem folge ich dem Koran“

Der Konvertit beschrieb sich als streng gläubigen Muslim. Er halte sich an die räumliche Trennung von Männern und Frauen und höre keine Popmusik. Anderen zwinge er diese Regeln aber nicht auf: “Jeder muss wissen, was er macht.“ Ähnlich handhabe er es bei Bildern unverschleierter Frauen: “Ich sehe mir das Bild nicht an“, sagte er.

“Aber ich nehme es auch nicht und schmeiße es in den Mülleimer.“ Gelowicz war nach eigener Aussage nicht religiös erzogen worden und kurz vor seinem 16. Geburtstag zum Islam konvertiert. “Es war einfach die Überzeugung, dass der Koran die Wahrheit ist“, sagte er. Anfangs habe er nicht viel über seine Religion gewusst - später sei der Glaube auch wegen der Berichterstattung über den 11. September 2001 für ihn präsenter geworden. Über seine Einstellung zu den Anschlägen sagte er, er habe sie zunächst nicht gut gefunden: “Später hat sich das geändert.“

Gelowicz entschloss sich 2002 zum Dschihad

Ende 2002 fasste Gelowicz nach eigener Aussage die “allgemeine Entscheidung“, in den Dschihad zu ziehen. Diese habe sich immer weiter konkretisiert. Seine Einstellung zum bewaffneten Kampf sei auch geprägt worden durch die Entführung von Khaled el Masri - eines Deutschen libanesischer Herkunft - nach Afghanistan durch die CIA. Er habe El Masri aus dem Multikulturhaus in Ulm gekannt. “Das hat meine Einstellung bestätigt - dass die Amerikaner nicht nur gegen Muslime vorgehen, die irgendwo kämpfen.“

ap

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