Riesige Aschewolke: Luftraum bleibt gesperrt

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Wegen der riesigen Aschewolke über Deutschland geht bis auf weiteres nichts im Luftverkehr.

Frankfurt am Main - Ein Ende der Luftraumsperrung über großen Teilen Europas ist nicht in Sicht. Die Flughäfen in Mittel- und Nordeuropa bleiben den gesamten Samstag über geschlossen, wie die europäische Flugaufsichtsbehörde Eurocontrol mitteilte.

Hier finden Passagiere Hilfe:

Die deutschen Flughäfen in Deutschland im Überblick

Hotline für Reisende ab Berlin Tegel oder Schönefeld: 0180/ 500 01 86

Hotline von Air Berlin: 00800/ 57378000

Hotline von Lufthansa: 0800/ 8506070

Hotline von Thomas Cook: 06171- 65 65 190

Hotline von TUI: 0511- 5678000

Hotline von DERTOUR, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen: 069- 95882770

Derzeit deute nichts darauf hin, dass sich die Situation bis zum Sonntag ändern werde. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) verlängerte die Sperrung des gesamten deutschen Luftraums bis mindestens 02.00 Uhr Sonntagfrüh. Die Aschewolken aus Island erreichten inzwischen Südeuropa. “Die Situation hat sich gegenüber Freitag nicht wesentlich verändert“, sagte Kenneth Thomas von Eurocontrol. Alle 16 internationalen deutschen Flughäfen und die Regionalflughäfen müssen daher geschlossen bleiben.

Die gefährliche Zone der Aschewolke sei lediglich ein wenig nach Süden und Osten gezogen. Dennoch sei der Luftraum über Portugal, Spanien, Süditalien, Bulgarien und südlich dieser Länder frei von Asche und deswegen frei für Landungen und Starts. Inzwischen ist allerdings bereits auch der Luftraum über Norditalien gesperrt. Eine Ende der derzeitigen Lage ist nicht in Sicht: Sowohl das Hochdruckgebiet über dem Atlantik als auch die Aktivität des Vulkans seien unverändert, sagte Thomas. Laut Eurocontrol wurden am Freitag 16.000 der eigentlich vorgesehenen 28.000 Flüge gestrichen.

Nach Angaben des isländischen Geologen Magnus Tumi Gudmundsson hat die Aktivität des Eyjafjallajökull sogar an Intensität zugenommen. Eine Aschewolke stieg demnach 8,5 Kilometer weit in die Höhe. Der Wind habe die Sicht am Vulkan verbessert, so dass sich Wissenschaftler am Samstag erstmals aus der Luft ein Bild der Lage machen könnten. Wenn feststellbar sei, wie viel Eis geschmolzen sei, könnten bessere Prognosen darüber erstellt werden, wie lange der Ausbruch anhalten werde. So lange noch ausreichend Eis vorhanden sei, könnten sich weitere Aschewolken bilden.

Die Lufthansa hat bereits mitgeteilt, dass sie wegen der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island sämtliche Flüge bis mindestens 20.00 Uhr am Samstagabend streichen wird. Prognosen über den Zeitraum danach wollte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber nicht abgeben.

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Möglicherweise können aber am gesamten Samstag und auch noch am Sonntag keine Maschinen von deutschen Flughäfen abheben. “Es sieht im Moment nicht gut aus“, sagte ein Sprecher der DFS.  Alle 16 internationalen deutschen Flughäfen und die Regionalflughäfen sind derzeit geschlossen. In ganz Europa sitzen tausende Flugreisende fest. Die für den Flugverkehr erhoffte Entwarnung aus Island blieb vorerst aus. Der Gletschervulkan stieß auch am Samstag weiter eine gewaltige Säule mit Rauch und Asche in die Atmosphäre.

Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik mitteilte, wurden in der Nacht keine Veränderungen der Aktivitäten unter dem Eyjafjalla-Gletscher beobachtet. Der Wind hat sich in südliche Richtung gedreht. Das bedeutet, das die Aschewolke weiter auf den europäischen Kontinent zutreibt.

Am späten Samstagvormittag will die Deutsche Flugsicherung entscheiden, ob die Sperrung für den deutschen Luftraum verlängert werden muss. Der DFS-Sprecher sagte, die riesige Aschewolke nach dem Vulkan-Ausbruch auf Island habe sich mittlerweile in Richtung Südosten stark ausgedehnt.

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Wie ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport am Samstagmorgen berichtete, verlief die Nacht für mehrere hundert an dem Airport gestrandete Reisende ruhig. Rund die Hälfte der insgesamt 1400 im Flughafengebäude aufgestellten Feldbetten sei belegt gewesen. Die Reisenden wurden mit Essen und Trinken versorgt.

Am Freitag waren etwa 60 Prozent der etwa 28 000 Flüge in Europa ausgefallen, in Deutschland etwa 7000 von sonst 10 000. Neben den circa zwei Dutzend Flughäfen in Norditalien, darunter Mailand, Turin, Venedig und Bologna - stellten ab Samstagmitternacht auch die Schweizer Airports den Betrieb ein. Der Flughafen Zürich hatte schon zweieinhalb Stunden vorher dichtgemacht. In Großbritannien und Belgien bleibt der Luftraum bis mindestens Samstagabend gesperrt. Die britische Luftverkehrsbehörde weitete am Morgen das Flugverbot bis 19.00 Uhr Ortszeit (2000 MESZ) aus, wie die BBC berichtete.

Die belgische Regierung verlängerte das Flugverbot bis mindestens Samstag 20.00 Uhr, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf das Verkehrsministerium berichtete. Für die nordfranzösischen Flughäfen gilt die Sperrung zunächst wie in Deutschland bis Samstag um 14.00 Uhr. Davon betroffen sind auch die beiden Pariser Großflughäfen.

Der Ferienflieger Thomas Cook hatte zuvor sämtliche Flüge von deutschen Flughäfen am Samstag gestrichen. Betroffen sind davon Reisen der Veranstalter Neckermann Reisen, Thomas Cook Reisen, Bucher Last Minute und Air Marin, wie das Unternehmen in Oberursel in der Nähe von Frankfurt/Main mitteilte. Es könne kostenlos umgebucht werden. Auch der Ferienflieger Condor hat für Samstag alle Flüge aus Deutschland gestrichen. Die irische Gesellschaft Ryanair kündigte am Freitagabend an, im Norden Deutschlands und in vielen weiteren europäischen Ländern bis mindestens Montag 13.00 Uhr keine Maschinen starten zu lassen.

Polen: Ausnahme wegen Kaczynski-Beisetzung 

Inzwischen haben nach Nord- und Mitteleuropa auch die Slowakei, Kroatien und Ungarn ihre Lufträume geschlossen. Die Behörden in Italien sperrten den Luftraum über dem Norden, die Flughäfen in Mailand und Venedig wurden geschlossen.

Polen erweiterte die Flugverbote nahezu auf das gesamte Land - mit Ausnahme von Krakau, wo der tödlich verunglückte Staatspräsidenten Lech Kaczynski am Sonntag beigesetzt werden soll. Die australische Fluggesellschaft Qantas sagte alle Flüge nach Europa ab. Cathay Pacific strich bereits einige Flüge nach Europa, die am Sonntag von Hongkong starten sollten.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer wies darauf hin, dass es nach den Flugausfällen noch zu tagelangen Beeinträchtigungen kommen könnte. “Schon nach dem Streik bei der Lufthansa haben wir erlebt, dass es einige Tage dauern kann, bis der Flugverkehr wieder reibungslos und störungsfrei läuft“, sagte er der “Passauer Neuen Presse“. “Jetzt haben wir es mit einer ungleich größeren Herausforderung zu tun.“

dpa/dapd

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