Rentner wegen  versuchten Mordes in 81 Fällen angeklagt

Bielefeld - Rund vier Monate nach dem nur knapp verhinderten Blutbad eines Rentners auf einer Versammlung von Zeugen Jehovas in Bielefeld ist Anklage gegen den Mann erhoben worden.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft ihm 81-fachen versuchten Mord und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor, wie Behördensprecher Reinhard Baumgart am Samstag der Nachrichtenagentur AP sagte. Mutmaßliches Motiv soll der Hass des Mannes auf die Glaubensgemeinschaft sein, der sich seine Tochter vor Jahrzehnten zuwandte und sich von ihrem Vater entfremdete. Wann der Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Bielefeld beginnen kann, war am Samstag noch unklar. Auch ob der Mann, der zur Tatzeit 82 Jahre alt war, in Untersuchungshaft sitzt, konnte Oberstaatsanwalt Baumgart zunächst nicht sagen. Die Ermittler werfen dem Mann in der Anklageschrift vor, am 30. Juli, gegen 20.45 Uhr, versucht zu haben, mit einer tschechischen Maschinenpistole vom Typ Skorpion VZ61 in den Königreichsaal der Zeugen Jehovas in Bielefeld-Sennestadt einzudringen, wie das “Westfalen-Blatt“ berichtete. Dabei habe der mit Mütze und Schal vermummte Horst A. vorgehabt, möglichst viele der 81 Gemeindemitglieder mit der Kriegswaffe zu erschießen. Neben drei Magazinen für die Skorpion hatte er laut Oberstaatsanwalt Baumgart ein Klappmesser eingesteckt. In seinem Auto wurden zudem ein Totschläger, ein Samuraischwert, ein Jagdmesser sowie ein Benzinkanister gefunden.

Technischer Defekt der Waffe unklar

Möglicherweise wegen eines technischen Defekts seiner Maschinenpistole oder weil der Mann nicht in der Lage war, sie durchzuladen, wurden keine Schüsse abgegeben. Außerdem wurde er rechtzeitig vom Wachdienst beim Maskieren und Hantieren überrascht und wurde dann von Mitgliedern der Gemeinde überwältigt. Ein Ordner hatte die Gemeindemitglieder durch den Notausgang in Sicherheit gebracht. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler persönliche Aufzeichnungen, wonach er beabsichtigte, in die Menge zu schießen. Außerdem machte er darin offenbar die Zeugen Jehovas dafür verantwortlich, dass er über lange Jahre den Kontakt zu seiner Tochter verloren hatte. Ein konkreter Bezug zu der Gemeinde in Bielefeld sei aber nicht erkennbar, teilten die Ermittler unmittelbar nach der Tat mit. Ende## AP

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