Rentner gesteht: Nachbarin zu Tode erschreckt

Krefeld - Ein Rentner hat gestanden, seine Nachbarin buchstäblich zu Tode erschreckt zu haben. Er hätte die tödlichen Folgen seines Tuns einkalkulieren müssen, so das Gericht. Sein Motiv:

Er hatte drei Komplizen beauftragt, der herzkranken Frau mit Steinen die Scheiben ihres Wohnzimmerfensters einzuwerfen. Den Tod der 48-Jährigen habe er dabei aber nicht gewollt, beteuerte der Rentner beim Prozessauftakt am Freitag vor dem Krefelder Landgericht.

Laut Anklage hatte er gewusst, dass die Frau an einer Herzkrankheit leidet und daheim ist, dies aber seinen Mittätern verschwiegen. Er soll ihnen eine Tüte mit Steinen und einen Zettel mit der Drohung “Das war erst der Anfang“ überreicht haben. Die Nachbarin soll dem Rentner Geld schuldig gewesen sein.

Als die Steine flogen und die Scheiben barsten, erlitt die Frau einen Schock und musste vom Notarzt wiederbelebt werden. Sie starb wenige Tage später an Herzversagen. Der Angeklagte hätte die tödlichen Folgen einkalkulieren müssen, so der Vorwurf. Das Verfahren gegen die drei geständigen Steinewerfer wegen Sachbeschädigung wurde am Freitag eingestellt: Die Männer im Alter von 32, 42 und 44 hatten von der Herzkrankheit nichts gewusst. Weil sie wegen anderer Delikte ohnehin in Haft sitzen, verzichtete das Gericht auf eine weitere Strafe.

Die Staatsanwaltschaft hat den Rentner wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Gericht wies aber daraufhin, dass auch eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Anstiftung zur Sachbeschädigung infrage komme.

dpa

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