Kreuzfahrtriese für Disneys Traumfabrik

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Die “Disney Dream“

Papenburg - Disneys Traumfabrik expandiert auf den Weltmeeren. Das gigantische Kreuzfahrtschiff “Disney Dreams“ verlässt am Samstag nach 20 Monaten Bauzeit die Schiffsschmiede der Meyer Werft. Für den nächsten Luxusliner wird in den Bauhallen bereits geschraubt und geschweißt.

Im Schneckentempo schiebt sich der Kreuzfahrtriese “Disney Dream“ aus der 500 Meter langen und 75 Meter hohen Bauhalle der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg. Mit der kurzen Fahrt ans Ausrüstungspier am Samstagabend ist der erste Schritt für das größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff für die künftigen Reisen in der Karibik gemacht. Vor den Augen von weit mehr als 10 000 Schaulustigen ist es für den Konzern rund um Micky, Donald und Pluto ein Startschuss für eine Expansion im Kreuzfahrtgeschäft. Bis 2012 will die Traumfabrik die Flotte von zwei auf vier Schiffe verdoppeln. Weitere Verträge sind für die Verantwortlichen bei Disney am Samstagabend vorstellbar.

“Eine weitere Expansion ist nicht ausgeschlossen“, sagt Tom Wolber. Er ist bei Disney Cruise Line für das gesamte Management der Schiffe von der Logistik bis zum Entertainmentprogramm für die Kinder verantwortlich. “Wir sind sehr gesund“, beschreibt er die wirtschaftliche Lage der Kreuzfahrtlinie. Zielgruppe: Familienreisen. Dabei legt Wolber Wert darauf, dass die Schiffe elegant sind und nicht auf allen Decks an Disneys Filmindustrie erinnern. Ganz ohne geht es dennoch nicht. Die rot beleuchteten Schornsteine sind Markenzeichenzeichen des künftigen Eigners und am Bug prangt als Emblem groß Micky Maus in Kapitänsuniform.

Die “Disney Dream“ übernimmt der Konzern nach der Überführung über die Ems Mitte November am 9. Dezember. Mit der “Disney Fantasy“ soll das nächste Schiff 2012 folgen. Ebenso wie ihr Schwesterschiff soll auch sie 340 Meter lang und 37 Meter breit werden. Auf 16 Decks sollen rund 4000 Passagiere auf dem schwimmenden Hotel künftig Urlaub machen.

Für die Meyer Werft stehen nach der “Disney Dream“ noch neun Kreuzfahrtriesen in den Büchern - Auftragsvolumen rund vier Milliarden Euro. Erst jüngst kam ein Auftrag für zwei Luxusliner hinzu. Grund zur Euphorie sieht der Chef des Traditionsunternehmens, Bernard Meyer, dennoch nicht. “Die Krise ist überhaupt nicht überwunden“, sagt er und spielt auf die maue Lage der Schiffbauer während der Wirtschaftskrise rund um den Globus an.

“Der Weltmarkt für Kreuzfahrtschiffe wird zurückgehen“, ist sich Meyer sicher. Und nach wie vor würden Japaner und Koreaner versuchen, in diesen Markt zu drängen, weil die Chinesen ihnen in ihren klassischen Schiffbaufeldern das Leben schwer machen würden.

Erleichtert über die jüngsten Aufträge ist der Werftchef dennoch. Es sichert der Schiffsschmiede mit ihren 2500 Beschäftigten für mindestens ein weiteres Jahr Arbeit und die Kurzarbeit kann Stück für Stück abgebaut werden. Auch müssten neue Ingenieure gesucht und eingestellt werden.

dpa

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