Vermisstenfall

Rebecca Reusch vermisst: Journalistinnen haben Vermutung zu ihrem mysteriösen Verschwinden

Wo ist die vermisste Rebecca Reusch? Zwei Journalistinnen haben für einen Podcast mit vielen Zeugen gesprochen: Sie haben eine klare Vermutung.

  • Rebecca Reusch aus Berlin wird seit mittlerweile fast zwei Jahren vermisst.
  • Das plötzliche Verschwinden der damals 15-Jährigen ist wohl der mysteriöseste Vermisstenfall Deutschlands.
  • Zwei Journalistinnen haben nach Recherchen eine klare Vermutung.

Update vom 15.02.2021, 10.30 Uhr: Das Verschwinden von Rebecca Reusch aus Berlin bleibt der wohl mysteriöseste Vermisstenfall in Deutschland. Vor zwei Jahren war das damals 15-jährige Mädchen über Nacht verschwunden. Sie schlief auf der Couch in der Wohnung ihrer Schwester ein – am Tag darauf erschien sie nicht in der Schule.

Hauptverdächtiger in diesem Fall ist Florian R., der Schwager von Rebecca Reusch. Er wurde bereits zwei Mal von der Polizei festgenommen. Weil die Beweise nicht ausreichten, kam er jedoch wieder frei. Immer wieder wurde sein Verhalten von Ermittlern als „merkwürdig“ bezeichnet, auch eine Lüge soll ihm nachgewiesen worden sein.

Rebecca Reusch vermisst – Journalistinnen haben Vermutung zu Verschwinden

Die Journalistinnen Miriam Arndts und Lena Niethammer haben ein Jahr lang im Fall recherchiert und mit vielen Zeugen und Angehörigen von Rebecca Reusch gesprochen. Ihr Ergebnisse veröffentlichten sie nun im Podcast „Im Dunkeln“.

Vermisst: Polizisten suchen in einem Waldstück nach Rebecca Reusch.

Wie Niethammer „t-online.de“ verraten hat, seien nicht alle Details ihrer Recherche im Podcast verarbeitet worden. „Wir haben Zeugen, die uns noch etwas mitgeteilt haben, immer ermutigt, damit zur Polizei zu gehen“, so Niethammer. In der Öffentlichkeit darüber sprechen wolle sie aber nicht. Genauso wenig wolle sie über ihre Vermutung reden, was mit Rebecca Reusch passiert sein könnte. Überrascht zeigten sich die Journalistinnen im Nachgang ihrer Recherchen, dass Freunde von Rebecca im Netz offenbar häufig von Pädophilen und Hobbyermittlern belästigt worden seien. „Einige schrieben ihnen auch: Du steckst dahinter, du warst das“, erzählte Niethammer gegenüber „t-online“.

Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass die damals 15-Jährige das Haus nicht leben verlassend hat, wie Oberstaatsanwalt Martin Steltner in einem Statement gegenüber „t-online.de“ mitteilte. Weil das Handy kurz nach der letzten verschickten Nachricht des Mädchens an Schulfreunde ausgeschaltet wurde, könne man nicht beweisen, dass sie das Haus ihrer Schwester verlassen habe. „Es muss was im Haus passiert sein“, sagte Steltner, der von einem „Tötungsdelikt“ spricht.

Die Hoffnung, dass der Täter überführt wird, besteht hingegen weiterhin. Bei Ermittlern, Freunden und der Familie, die weiterhin daran glaubt, dass Rebecca Reusch lebt - und Florian R. unschuldig ist.

Vermisste Rebecca Reusch: Zeugin sieht auffällige Gestalt im Wald

Erstmeldung vom 10.01.2021, 14.49 Uhr: Berlin ‒ Seit mittlerweile fast zwei Jahren fehlt von Rebecca Reusch aus Berlin jede Spur. Am 17. Februar 2019 schlief die damals 15-Jährige auf dem Sofa bei ihrer Schwester ein. Am nächsten Tag erscheint sie nicht in der Schule und ist seither verschwunden. Der Fall um Rebecca entwickelt sich zu dem wohl mysteriösesten Vermisstenfall in Deutschland. Die Polizei verdächtigt schnell den Schwager der Vermissten, sie getötet zu haben. Er kommt in Untersuchungshaft, muss aber aus Mangel an Beweisen schnell wieder freigelassen werden. Immer wieder berichten Zeugen von Beobachtungen, es tauchen Hinweise und Fotos auf - doch nichts bringt bisher den Durchbruch bei der Suche nach Rebecca.

Vermisste Rebecca Reusch: Unbekanntes Material des Falls veröffentlicht

Seit Ende 2020 scheint wieder mehr Bewegung in den Fall Rebecca Reusch zu kommen. Zwei Journalistinnen haben rund um die Geschichte der Vermissten recherchiert und veröffentlichen in einem Podcast nun nach und nach, was sie herausfinden konnten. Dabei kommen auch neue Details in dem Vermisstenfall ans Licht.

Auf der Suche nach der vermissten Rebecca Reusch setzte die Polizei auch Hunde ein. (Archivbild)

Die Journalistinnen Lena Niethammer und Miriam Arndts verfolgen bei den Recherchen im Vermisstenfall Rebecca Reusch auch eine Spur, nach der eine Gruppe Reiterinnen bei Kummersdorf in Brandenburg eine mysteriöse Gestalt in einem Wald beobachtet haben soll - am Tag von Rebecca Reuschs Verschwinden.

Fall Rebecca Reusch: Anonyme Reiterin berichtet von auffälliger Gestalt

Niethammer und Arndts haben eine dieser Reiterinnen getroffen und mit ihr über den 18. Februar 2019 gesprochen. Die Zeugin möchte anonym bleiben und die Journalistinnen berichten in einer Folge ihres Podcasts „Im Dunkeln - Der Fall Rebecca Reusch“ von dem Gespräch mit der Reiterin.

Rebecca Reusch vermisst: Mann im Wald verhält sich verdächtig

Die Frau erklärt, sie sei an dem Tag mit zwei Freundinnen und den Pferden in dem Wald bei Kummersdorf unterwegs gewesen. Dort hätten die Zeuginnen plötzlich eine auffällige Gestalt entdeckt. Ein junger Mann mit einer Baseball-Kappe habe sich ständig umgesehen. Er war wohl auf dem Weg in einer Bungalowsiedlung in der Nähe. Wie die Zeugin den Journalistinnen berichtet, habe der Mann die Reiter dann entdeckt. Er sei schneller gelaufen, hätte nur noch unter sich geschaut und wäre nicht mehr über den Weg, sondern querfeldein, hastig auf die Siedlung zugesteuert, sich seltsam und auffällig verhalten.

NameRebecca Reusch
WohnortBerlin
Geburtsdatum21. September 2003
Verschwunden seit19. Februar 2019

Rebecca Reusch: Hat der Schwager doch etwas mit ihrem Verschwinden zu tun?

Die Beobachtungen und der Bericht der Zeugin erwecken den Eindruck, dass es sich auch bei diesen Spuren wieder um den verdächtigen Schwager von Rebecca Reusch handelt. Die anonyme Frau erklärte, die Kriminalpolizei würde sich manchmal bei ihr melden, würde erklären, dass ihre Beobachtungen zu den bisherigen Ermittlungen passen würden.

So wurde am Tag von Rebeccas Verschwinden zum Beispiel das Auto, der rote Renault Twingo des Schwagers, auf der A12 bei Friedersdorf erkannt. Bei Frankfurt an der Oder konnte das Auto dann nicht mehr registriert werden. Der Verdächtige muss also die Autobahn vorher verlassen haben. Etwa bei Kummersdorf? Die Polizei hat hier damals bereits Seen und Waldstücke nach Rebecca durchforstet. Gefunden wurde nichts. Doch auch die Farbe der Baseball-Kappe und der Klamotten des mysteriösen Mannes, den die Reiterinnen im Wald beobachteten, sollen zu den bisherigen Ermittlungen und dem Hauptverdächtigen der Polizei in Berlin passen.

Ein Porträt der vermissten 15-jährigen Rebecca Reusch aus dem Neuköllner Ortsteil Britz.

Neue Details und Zeugenaussagen im Vermisstenfall Rebecca Reusch

Die Zeugin war nach den Schilderungen von Niethammer und Arndts bei dem Gespräch sehr vorsichtig und habe immer wieder betont, sie wolle niemanden beschuldigen, da sie ja kein Gesicht erkennen konnte. Und bis heute hat keine der aufgetauchten Spuren zum Auffinden der damals 15-jährigen Rebecca geführt. Fast zwei Jahre nach ihrem Verschwinden gibt es noch immer keine Hinweise darauf, was mit dem Mädchen tatsächlich passiert ist. Nachdem ein aufgetauchtes Foto, das scheinbar die Vermisste zeigen sollte, vor allem für Verwirrung im Fall Rebecca Reusch gesorgt hatte, bringen die Details der Journalistinnen vielleicht tatsächlich noch einmal Bewegung in den wohl mysteriösesten Vermisstenfall Deutschlands. (iwe)

Rubriklistenbild: © Olaf Wagner/Imago

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