Rätselraten um Motiv für el Masris Angriff auf OB

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Das Motiv von Khaled el Masri für den Angriff auf den Neu-Ulmer Oberbürgermeister liegt weiter im Dunkeln.

Memmingen - Das Motiv für den Angriff des CIA-Entführungsopfers Khaled el Masri auf den Neu-Ulmer Oberbürgermeister bleibt weiter im Dunkeln.

Die Memminger Oberstaatsanwältin Renate Thanner dementierte am Dienstag einen Bericht der “Augsburger Allgemeinen“, die sie mit den Worten zitiert hatte: “Offenbar glaubt el Masri, dass Noerenberg schuld an seiner Entführung durch den amerikanischen Geheimdienst im Jahr 2004 ist.“ Dies sei reine Spekulation, betonte Thanner. El Masri habe die Taten zwar eingeräumt, schweige aber weiterhin zu seinem Motiv, sagte die Oberstaatsanwältin. Keine Ermittlungsbehörde der Welt könne ihn zwingen, dazu auszusagen.

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Khaled el Masri greift Oberbürgermeister tätlich an

El Masri sei Ende August bereits einmal im Neu-Ulmer Rathaus gewesen, um den Oberbürgermeister zu sprechen, dieser sei zu dem Zeitpunkt aber im Urlaub gewesen. Damals habe der 46-Jährige auch einen Brief mit wirrem Inhalt an Noerenberg hinterlassen, der aber keine konkreten Drohungen enthielt.

Drohbriefe an Nachbarn und Handwerker

Ende August sei el Masri auch im Bezirkskrankenhaus untersucht worden, nachdem er einem Nachbarn und Handwerkern in Briefen mit dem Tod gedroht habe, sagte Thanner. Dabei sei es um Lärm durch spielende Kinder beziehungsweise Arbeiten gegangen. Im Bezirkskrankenhaus habe man den 46-Jährigen zwar für gefährlich gehalten, er habe aber entlassen werden müssen, da keine psychische Erkrankung festgestellt worden sei. Ein Gutachter soll nun klären, ob der 46-jährige arbeitslose Autohändler zum Zeitpunkt der Tat vermindert schuldfähig war, wie Thanner bestätigte.

El Masri ist bereits mehrfach wegen Gewaltausbrüchen aufgefallen. Im Mai 2007 fuhr er in Neu-Ulm mit seinem Auto in einen Metro-Markt und legte Feuer. Außerdem schlug er während einer Fortbildung einen Ausbilder krankenhausreif. Ein Gericht verurteilte el Masri zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Therapie. Die Bewährung wurde bisher nicht widerrufen, laut Staatsanwaltschaft hat er sich in der Vergangenheit auch an seine Therapieauflage gehalten.

Oberbürgermeister zurück im Rathaus

El Masri, der laut Münchner Staatsanwaltschaft von CIA-Agenten im Dezember 2003 nach Afghanistan verschleppt und dort fünf Monate gefangengehalten worden war, hatte den CSU-Politiker am Freitag im Rathaus zusammengeschlagen. Der 46-Jährige war noch am Freitag nach einem Besuch in einem Gebetshaus verhaftet worden und sitzt seither in Haft. Grund dafür sei eine Wiederholungsgefahr, sagte Thanner. Der Neu-Ulmer Oberbürgermeister hat am Dienstag seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft hat er bei dem Angriff am Freitag eine Kapselverletzung und Blutergüsse erlitten.

AP

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