Rätsel um blaue Störche gelöst

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Der blaue Storch hat für Rätselraten gesorgt.

Berlin - Die blau gefärbten Störche in Norddeutschland haben für viel Aufsehen gesorgt. Doch dass die Vögel auch für farbigen Nachwuchs sorgen werden, ist unwahrscheinlich.

Erst blaue Störche, dann blauer Nachwuchs: Dieses Wunder wird es wohl nicht geben. Experten rechnen jedenfalls nicht damit, dass es sich bei den türkis gefärbten Störchen in Norddeutschland um ein natürliches Phänomen handelt.

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Nachdem sowohl in Brandenburg als auch an der Elbe bei Hamburg zwei blaue Störche gesichtet wurden, winken Vogelexperten ab. “Die wahrscheinlichste Erklärung für das türkise Gefieder ist, dass die Störche in gefärbtem Wasser gebadet haben“, sagt der Storchenexperte des Naturschutzbund Deutschland, Kai Thomsen. “Die Langstreckenflieger lieben Zwischenstopps auf Müllkippen, möglicherweise sind sie dort in einer Farblache gelandet.“ Da die Vögel gern in Gruppen ziehen, hält Thomsen es für möglich, dass noch mehr blaue Störche entdeckt werden.

Der niedersächsische “Blau-Storch“ hat in Avendorf in einer Eiche am Elbufer sein Nest bezogen. “Er ist nicht ganz so gleichmäßig blau wie der in Brandenburg“, berichtet Michael Kaatz, Geschäftsführer der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt. Auch Kaatz favorisiert die Farbbad-Variante als Ursache für das blau-türkis schillernde Gefieder. Thomsen sagt: “Die Tiere sind sehr schnell. Sie mit Farbpatronen zu beschießen, ist sehr schwierig. Außerdem wären sie dann vermutlich auch verletzt, was nicht so aussieht.“ Auch ein Streich scheint dem Storchexperten unwahrscheinlich: “Es ist sehr schwer, sich diesen Tieren zu nähern.“

Auszuschließen ist nach Ansicht beider Vogelkundler, dass die Zugvögel sich ihr blaues Gefieder “angefuttert“ haben. “Wenn Störche sehr viel Fisch essen, kann es manchmal zu einer leichten Rosafärbung kommen - ähnlich wie bei Flamingos“, erklärt Kaatz. “Aber hellblau, das gibt es nicht.“ Aufklärung versprechen sich die Experten, sobald die Tiere erste Federn verlieren, die dann untersucht werden können.

 “Störche sind Langstreckenzieher, deshalb kommen sie anders als Gänse nicht in eine Komplettmauser, sondern wechseln im Zwei-Jahres- Turnus nach und nach ihr Gefieder aus“, erläutert Thomsen. Falls also nicht der nächste kräftige Regen die Farbe komplett auswäscht und die Sommersonne das Gefieder nicht zu heftig bleicht, besteht Hoffnung, eine türkisfarbene Schwungfeder unter die Lupe nehmen zu können. Dann könnte das Rätsel der blauen Störche endgültig gelöst werden.

Bereits seit Ostern lockt ein zartblauer Storch Schaulustige ins brandenburgische Biegen in der Nähe von Frankfurt an der Oder. In seinem Nest hat sich mittlerweile ein zweiter, weiblicher Storch eingefunden. “Der ist Gott sei Dank nicht grün“, hatte Ortsbürgermeister Manfred Wilke dazu gesagt. Der blaue und der weiße Storch wurden bereits beim Liebesspiel gefilmt.

dpa

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