Urteil in Hannover

Psychische Störung: Stalkerin freigesprochen

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Die angeklagte Stalkerin vor Gericht.

Hannover - Sie hat ihren Ex-Freund angegriffen, mit Kurznachrichten drangsaliert und auf der Straße beleidigt: Trotzdem hat das Landgericht Hannover eine Stalkerin freigesprochen.

Ausgangspunkt war eine Attacke, bei der sie dem 54-Jährigen in die Genitalien getreten, ihn geschlagen und seine Kleidung zerrissen haben soll. Das Amtsgericht Burgwedel untersagte der Frau nach dem Übergriff jeglichen Kontakt zu dem Ex-Freund. Sie schrieb ihm dennoch mehr als 100 SMS, klingelte Sturm an seiner Wohnungstür und beschimpfte ihn.

Die 46-Jährige war unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs angeklagt. Die Verlesung der Anklage dauerte eine gute Stunde, anschließend gestand die Frau die Taten, auch wenn sie sich nicht an alles erinnern könne.

Weil sie zur Tatzeit jedoch unter einer psychischen Störung litt, hat das Landgericht Hannover am Dienstag eine 46-Jährige freigesprochen. Es sei nicht auszuschließen, dass die Angeklagte wegen ihrer Erkrankung steuerungsunfähig war, sagte die Vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Zudem habe der ehemalige Partner immer wieder in der Frau die Hoffnung gesät, dass die Beziehung weitergehen könnte.

Mit dem Freispruch folgte das Gericht dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Eine Unterbringung in der Psychiatrie, die noch vor Prozessbeginn im Raum stand, wurde nicht angeordnet, da die Angeklagte seit rund einem Jahr stabil ist und aus Sicht des Gerichts keine Wiederholungsgefahr mehr besteht.  „Mir geht es darum, dass jetzt Ruhe einkehrt“, sagte das Opfer.

Nicht nachvollziehbar für den psychiatrischen Gutachter sowie die Richter war allerdings, warum der 54-Jährige trotz des Kontaktverbots sich auf Treffen mit der Frau einließ, bei denen sogar Zärtlichkeiten ausgetauscht wurden.

dpa

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