Prozess: Eigenen Vater mit Hammer geschlagen und lebendig angezündet

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Heidelberg - Bluttat vor Gericht: Ein 39-jähriger Mann hat vor dem Landgericht Heidelberg gestanden, seinen Vater mit einem Hammer niedergeschlagen, mit Benzin übergossen und angezündet zu haben.

Zu Prozessbeginn am Montag ließ er eine Erklärung verlesen: "Es gibt nichts, was diese Tat entschuldigen kann.“ Als Grund gab er an, der Vater sei Schuld an seinem verkorksten Leben. Ende Juli 2009 war er mit dem 59-Jährigen in ein Industriegebiet gefahren und hatte ihm mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen. “Ich schlug immer und immer wieder zu.“ Als der Vater versuchte zu fliehen, übergoss er ihn mit Benzin und zündete ihn an. Der 59-Jährige starb kurze Zeit später in einer Klinik.

"Mein Leben ist gescheitert"

Mit leiser Stimme erzählte der Angeklagte zu Prozessbeginn, dass ihm in den Wochen und Tagen vor der Tat klar geworden sei, “dass mein Leben gescheitert ist“. Nach der Trennung von seiner Frau, einem Schuldenberg von rund 70 000 Euro und keinem geregelten Job habe er beschlossen, sich umzubringen. Er löste seine Lebensversicherung auf, überwies noch Geld an seine Frau und schickte ihr die gemeinsame EC- Karte zurück.

Vater soll ihn früher geschlagen haben

Einen Tag vor der Tat sei dann bei ihm der Entschluss gereift, dass sein verhasster Vater ebenfalls sterben müsse. Dieser habe ihn früher öfters geschlagen und ihn auch als Erwachsenen nicht akzeptiert und ernst genommen. Deshalb hatte er für einige Jahre den Kontakt zu seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern abgebrochen. “Ich wollte nicht nur sein Leben, sondern auch das negative Bild, das ich immer von ihm hatte, töten“, gab er als Grund für die grausame Tat an.

Opfer schrie brennend um Hilfe

Zehnmal soll er laut Anklage mit dem Hammer zugeschlagen haben, der Vater sei zusammengebrochen, habe aber noch versucht, kriechend zu fliehen. Dass er seinen Vater angezündet hat und dieser brennend und schreiend Hilfe suchte, daran will er sich nicht mehr erinnern. Ebenso wenig daran, warum er dann nicht “mit dem Auto irgendwo 'runterfuhr“ - wie er seinen Suizid ursprünglich geplant hatte. “Mir ist alles irgendwie aus dem Ruder gelaufen“, sagte er.

Dpa

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