Prozess um Mord an Ägypterin beginnt in Dresden

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Vor dem Dresdner Rathaus kleben zwei Männer ein Foto der am 01. Juli im Landgericht erstochenen Ägypterin Marwa El-Sherbini an die Wand.

Dresden - Massive Sicherheitsmaßnahmen haben das Dresdner Landgericht zum Auftakt des Prozesses um den gewaltsamen Tod der Ägypterin Marwa El-Sherbini zur Festung gemacht.

Die Umgebung des Gebäudes ist weiträumig abgesperrt. Zuschauer, Verfahrensbeteiligte und die 44 akkreditierten Journalisten aus dem In- und Ausland wurden streng kontrolliert, alle Sachen inklusive Schuhe wie am Flughafen durchleuchtet. Auch im Gerichtsgebäude bezogen am Montagmorgen Scharfschützen Posten.

Aufgrund der erheblichen Sicherheitskontrollen hat der Prozess mit einer halben Stunde Verspätung begonnen.

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Der Angeklagte Alex W. (28), der aus Perm in Russland stammt und einen deutschen Pass hat, muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, die im dritten Monat schwangere Frau erstochen und ihren Ehemann am 1. Juli im Landgericht lebensgefährlich verletzt zu haben. Motiv soll Ausländerhass gewesen sein. Der Mann des Opfers, der bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt worden war, soll am ersten Verhandlungstag als Zeuge aussagen. Er erschien am Vormittag - gestützt auf zwei Krücken - im Gericht. Acht Anwälte vertreten den Witwer, den Bruder der Toten und deren Eltern als Nebenkläger.

Die Tat geschah im Sommer vor den Augen des dreijährigen Sohnes der Familie und löste weltweit Entsetzen aus. In der arabischen Welt wurde auch der Ruf nach Vergeltung laut, im Vorfeld des Prozesses gab es einen Mordaufruf gegen den Angeklagten. Kammer, Angeklagter, Nebenkläger, Staatsanwälte und Rechtsanwälte sind von Pressevertretern und Zuschauern durch Panzerglas getrennt. Der Prozess, der um 10.00 Uhr beginnen soll, findet in dem Gebäude statt, das am 1. Juli Tatort war - allerdings in einem anderen Saal.

dpa

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