Vater schnitt ihnen die Kehlen durch

Prozess um Kindermord in religiösem Wahn

+
Gedenken an die kleinen Opfer der Bluttat in Glinde.

Lübeck - Ein Vater tötet mutmaßlich im religiösen Wahn seine schlafenden Kinder. Seitdem sitzt er in der Psychiatrie. Jetzt muss ein Gericht entscheiden, ob er dort bleibt oder ins Gefängnis muss.

In religiösem Wahn soll ein Zahnarzt seiner vierjährigen Tochter und seinem sechsjährigen Sohn im Schlaf die Kehlen durchschnitten zu haben - zum Auftakt des Sicherungsverfahrens gegen den 39-Jährigen in Lübeck war am Freitag das Interesse groß. Doch gleich nach Verlesung der Anklage mussten Zuhörer und Journalisten den Saal verlassen. Im Einvernehmen mit Verteidigung und Staatsanwaltschaft beschlossen die Richter, die Öffentlichkeit von dem Verfahren auszuschließen. Die Entscheidung des Landgerichts wird Mitte Oktober erwartet. Zur Verkündung wird die Öffentlichkeit nach Angaben eines Sprechers wieder zugelassen.

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit dem Schutz des Angeklagten, der aus Afghanistan stammt. In dem Unterbringungsverfahren sollen Details seiner psychischen Erkrankung zur Sprache kommen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Zur Klärung des Sachverhaltes und vor allem der Hintergründe der Tat hat das Gericht bislang 26 Zeugen und drei Sachverständige geladen, darunter auch eine Islamwissenschaftlerin.

Bei der Polizei, die der Mann nach der Tat vom 24. Januar in Glinde bei Hamburg selbst gerufen hatte, gestand er die Tat. Seine wirren religiösen Äußerungen brachten einen Sachverständigen zu der Überzeugung, dass der Vater zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig gewesen sei. Seither ist er in einer psychiatrischen Klinik.

Begleitet von drei Pflegern betrat er am Freitag den Gerichtssaal. Sein Gesicht verbarg er mit einer Jacke, die er sich über den Kopf gezogen hatte. Seinen Anwalt ließ er mitteilen, sich weder zu seiner Person noch zur Sache äußern zu wollen. Seine 30 Jahre alte Ehefrau ist Nebenklägerin, war aber am ersten Prozesstag nicht im Saal.

dpa

Zutraulich und zäh: Exmoor-Ponys gehören zu den Wildpferden

Zutraulich und zäh: Exmoor-Ponys gehören zu den Wildpferden

Internationaler Tag der Jogginghose: Wie man das Teil trägt

Internationaler Tag der Jogginghose: Wie man das Teil trägt

Siebter Dschungel-Tag in Bildern: Ekel-Prüfung und Klo-Erlebnis

Siebter Dschungel-Tag in Bildern: Ekel-Prüfung und Klo-Erlebnis

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Meistgelesene Artikel

Schneechaos und Unfälle: Sturmtief „Egon“ zieht über Deutschland

Schneechaos und Unfälle: Sturmtief „Egon“ zieht über Deutschland

Eingefrorener Fuchs als Warnung an alle ausgestellt

Eingefrorener Fuchs als Warnung an alle ausgestellt

Polizei rettet Kuscheltier nach Unfall von der Autobahn

Polizei rettet Kuscheltier nach Unfall von der Autobahn

Massenkarambolage auf vereister A1 - ein Toter

Massenkarambolage auf vereister A1 - ein Toter

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion