Prozess gegen mutmaßliche El Kaida-Mitglieder

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Das mutmaßliche Mitglied der Terrororganisation El Kaida, Sermet I., unterhält sich mit seinen Anwälten Stefan Holoch (l) und Michael Ried (r).

Koblenz - Zwei mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Terrororganisation El Kaida müssen sich seit Montag vor dem Koblenzer Oberlandesgericht verantworten.

Die Bundesanwaltschaft wirft den 31- jährigen Männern aus Sindelfingen in Baden-Württemberg vor, Geld und Kampfgerät für das Terrornetzwerk El Kaida beschafft zu haben. Einer der beiden soll zudem für die Anwerbung von “Kämpfern“ in Deutschland zuständig gewesen sein. Er habe zwei potenzielle “El Kaida-Kämpfer“ rekrutiert, von denen einer sich später auch in einem Terrorcamp in Pakistan im Umgang mit Waffen und Sprengstoff ausbilden ließ, sagte Staatsanwältin Carola Bitter.

Zum Prozessauftakt kündigten die Männer an, vor Gericht zu den Vorwürfen Stellung nehmen zu wollen. Nach Angaben der Verteidiger wollen sie die Anschuldigungen zurückweisen. Der Türke Ömer Ö. hatte sich zunächst am Montag zu den Vorwürfen äußern wollen, dann aber erklärt, er fühle sich wegen des derzeitigen Fastenmonats Ramadan “nicht mehr fit genug“. Er und der deutsche Sermet I. werden damit erst am kommenden Montag aussagen, sagte die Vorsitzende Richterin Angelika Blettner.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Der Prozess vor dem Staatsschutzsenat begann unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die Angeklagten sollen im Auftrag eines 47-jährigen Terrorhelfers aus dem pfälzischen Germersheim gehandelt haben, der im Juli zu acht Jahren Haft verurteilt worden war. Neben Bargeld sollen sie “militärisch nutzbares Gerät“ für ihren Komplizen besorgt haben, sagte der Staatsanwalt beim Bundesgerichtshof, Bodo Vogler. Dazu gehörte eine schusssichere Weste, mehrere Entfernungsmesser und ein Nachtsichtgerät. Diese hätten sie Aleem N. dann in dessen Wohnung in Germersheim oder an anderen Orten in Deutschland übergeben.

Dieser Drahtzieher, den der gelernte Siebdrucker Ö. laut Anklage als “Emir“ bezeichnete, habe die Ware dann zu Verantwortlichen der El Kaida ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet gebracht. Spätestens seit Sommer 2004 hätten sich die angeklagten Männer, die sich aus der Hausaufgabenbetreuung in der Schulzeit kennen, mit “der Ideologie und den Methoden“ der Terrorgruppe identifiziert, sagte Vogler. Der Türke Ö. soll 2006 in einem Lager im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine mehrmonatige Kampf- und Schießausbildung absolviert haben, hieß es in der Anklage. Vor Gericht machten die Angeklagten einen ruhigen, gelassenen Eindruck. Ö. sitzt seit September 2008 in Untersuchungshaft.

Die Anklage lautet bei beiden auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Der Deutsche Sermet I. soll über Ö. zu El Kaida gekommen sein. Der gelernte Lacktechniker war festgenommen worden, als er im Februar 2009 von seiner damaligen Arbeitsstätte aus Malaysia nach Deutschland flog, um als geladener Zeuge im Prozess gegen Aleem N. auszusagen. “Er war völlig arglos und sich keiner Schuld bewusst“, sagte dessen Verteidiger Michael Ried. Weitere Prozesstermine sind für die kommenden Monate terminiert.

dpa

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