Bekannter von Tebartz-van Elst:

Protz-Bischof ist "zur Versöhnung bereit"

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Derzeit nimmt Tebartz-van Elst eine Auszeit in einer Benediktinerabtei in Niederbayern.

Limburg - Der vom Papst beurlaubte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist trotz der Ereignisse der vergangenen Wochen nicht verbittert und würde gerne nach Limburg zurückkehren, sagt ein Bekannter.

Es gebe auch „keine Spur von Bosheit oder Hass“, sagte der Rektor des päpstlichen Priesterkollegs „Anima“ in Rom der Tageszeitung „Österreich am Sonntag“. „Er ist wohl aber enttäuscht, von anderen, die sich in ihrer Verantwortlichkeit plötzlich abputzen“, so Franz Xaver Brandmayr, bei dem Tebartz-van Elst nach eigener Aussage in Rom gewohnt hatte. Der Bischof würde gerne nach Limburg zurückkehren. „Er ist bereit zur Versöhnung,und es wäre schön, wenn es der katholischen Kirche gelänge, alles zu klären, und es sich schließlich zeigt, dass alles korrekt gelaufen ist.“

Tebartz-van Elst war wegen seines Führungsstils und der drastisch gestiegenen Kosten für die neue Bischofsresidenz in die Kritik geraten. Bei den Baukosten war anfangs von 2,5 Millionen Euro die Rede gewesen, mittlerweile liegen sie bei mindestens 31 Millionen Euro. Ob die Kosten wirklich entglitten seien, müssten die eingeleiteten Untersuchungen zeigen. „Das Geld ist ja auch da, Limburg ist schließlich keine arme Diözese. Dem Bischof kann ja auch keiner vorwerfen, dass er sich persönlich bereichert hat“, sagte Brandmayr, der ausdrücklich im Namen Tebatz-van Elsts sprach. „Die riesige Summe mag erschreckend sein, aber es ist niemand zu kurz gekommen und es wurde nichts verspekuliert“, betonte er. Darüber hinaus habe der Bischof keine teuren Privatgemächer bauen lassen. Alles sei „sehr puristisch“, sagte Brandmayr unter Verweis auf Aufnahmen.

Kurz nach der Audienz des Bischofs bei Papst Franziskus habe er mit Tebartz-van Elst gesprochen. „Es gab keinen Tadel, sondern Verständnis und das gemeinsame Bemühen, eine Lösung und Klärung zu finden“, sagte Brandmayr dem Blatt. Das Gespräch mit dem Heiligen Vater habe den Bischof nicht nur erleichtert, sondern auch berührt. „Der Papst hat offenbar sehr gut verstanden, wie der Bischof die Sache sieht“, sagte Brandmayr.

Mit der Fluglinie Ryanair sei er nach Rom geflogen, „nicht, weil er besonders billig fliegen oder Buße tun wollte“. Sondern: „Die Lufthansa hatte ihn angerufen, dass Journalisten am Flughafen und im Flugzeug sein werden. Dann hat er rasch umgebucht.“

Bistum kann sich Rückkehr nicht vorstellen

Das Bistum reagierte skeptisch auf den Wunsch des Bischofs, wieder nach Limburg zu kommen. Eine Rückkehr sei nicht vorstellbar, sagte der Vorsitzende des Priesterrats, Reinhold Kalteier, der „Frankfurter Neuen Presse“ (Montag). „Denn es ist zu viel Vertrauen zerstört und zu viel Porzellan zerschlagen worden.“ Im Falle einer Rückkehr von Tebartz-van Elsts sei mit einer Protestwelle zu rechnen.

Derzeit nimmt Tebartz-van Elst eine Auszeit in einer Benediktinerabtei in Niederbayern. Er habe dem „Hexenkessel in Limburg“ entkommen wollen, so Brandmayr. In seiner Abwesenheit führt der neue Generalvikar Wolfgang Rösch die Amtsgeschäfte.

dpa/kna

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