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Preiserhöhung im Alltag: So viel kosten jetzt Kaffee und Supermarkt-Einkauf

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Von: Jennifer Köllen

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Essen wird teurer. Doch wie viel kostet uns die Inflation wirklich? Wir zeigen an Produktpreisen, wie teuer ein typischer Tag mit Kaffee to go und Brötchen wird.

Hamburg – Der Kaffee auf dem Weg in die Arbeit und das Käsebrötchen beim Bäcker: Sie haben gerade das Gefühl, dass alles in ihrem Alltag teurer wird? So ist es auch. Der Grund: Die Inflationsrate stieg wegen des Ukraine-Konflikts im März auf 7,3 Prozent – so hoch war sie zuletzt vor 40 Jahren! Dadurch gibt es Preiserhöhungen bei sehr vielen beliebten Lebensmitteln wie Butter, Kaffee, Milch, Käse und Brot.

Wegen dieser Preiserhöhungen kommt es sogar immer wieder zu Hamsterkäufen in Supermärkten wie Aldi, Lidl und Edeka.

Preiserhöhung im Supermarkt: So viel kostet uns die Inflation im Alltag – Haushalt hat 242 Euro Extrakosten im Monat

Das alles ist eine Folge der Inflation. Das Ergebnis: Wir zahlen pro Monat mehrere Hundert Euro drauf. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hat aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts analysiert und ausgerechnet: Ein durchschnittlicher Haushalt muss derzeit bis zu 242 Euro pro Monat mehr berappen. Das liegt auch an den hohen Preisen in Supermärkten wie Aldi. Im Jahr sind die Rede von 2904 Euro Zusatzkosten.

Doch was bedeutet das genau für unser tägliches Leben? Hier erfahren Sie, was in Ihrem typischen Alltag alles teurer wird, welche Produkte in Supermärkten oder beim Discounter Aldi jetzt mehr kosten – und wann die Inflation ein Ende haben wird.

Ein Croissant und ein Cappuccino mit Preisschildern
Preiswucher: Kaffee und Brötchen werden teurer. (kreiszeitung.de-Montage) © Johannes Eisele/dpa

Preiserhöhung im Alltag: So teuer wird der Kaffee to go mit Milch wegen der Inflation

Ein ganz normaler Morgen in einem typischen Haushalt: Man macht sich geduscht auf den Weg ins Büro und ist mal wieder zu spät dran. Arbeiten ohne Kaffee? Undenkbar. Also muss es ein Coffee to go sein. Doch der kostet statt 3,50 auf einmal 4,20 Euro beim Café um die Ecke. Wie kann das sein?

Der Grund für den Luxus-Kaffee: Die Preise für Milch sind gestiegen – und auch Kaffee ist teurer.

Milch und Kaffee teurer: Milchpreis an der Börse doppelt so hoch wie im März 2021

Die Milchpreise sind gerade doppelt so hoch wie vor einem Jahr im März 2021. Auf knapp 70 Cent je kg stieg der Börsenmilchwert Ende März 2022. Das ist fast der höchste jemals erreichte Stand. Grund dafür sind Butterpreise von 7.200 Euro je Tonne. Und das ist möglicherweise noch nicht das Ende der Preisexplosion, wie das Onlinemagazin Agrarheute befürchtet.

Und auch Kaffee ist teurer. Seit 21. Februar müssen Verbraucher beispielsweise bei Tchibo je nach Sorte und Herkunftsland 0,50 bis 1,30 Euro mehr zahlen, wie das Unternehmen verkündete. Die Sorte „Feine Milde“ kostet jetzt 6,99 Euro je Pfund. Das sind 1,30 Euro mehr als zu Beginn des Jahres, und sogar 2 Euro mehr als vergangenen Sommer. Der Grund dafür ist aber nicht der Ukraine-Krieg, sondern die enttäuschende Kaffee-Ernte in Brasilien.

Da also Milch und Kaffee so teuer sind, muss auch der Café-Besitzer die Preise anziehen. Und wer zahlt`s? Wir.

Preiserhöhung im Alltag: Milch und Mehl kosten mehr, und damit auch das Käsebrötchen beim Bäcker

Weiter im Alltag, es ist Mittag. Nach vier Stunden Arbeit am Computer geht man mit der Kollegin oder dem Kollegen raus, bisschen frische Luft schnappen und ein Brötchen beim Bäcker holen. Doch auch der Bäcker musste Preiserhöhungen wegen der Inflation umsetzen. Das Käsebrötchen kostet jetzt plötzlich 4 Euro. Wie viel, bitte?

Brötchen liegen in der Auslage eines Bäckers
Alles wird durch die Inflation teurer – auch das Käsebrötchen beim Bäcker um die Ecke. © Imago

Der Grund für den Preisanstieg: Wegen der hohen Milch- und Butterpreise aufgrund der gestiegenen Produktionskosten steigen natürlich auch die Käsepreise. tagesschau.de hat mit den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ausgerechnet, wie viel teurer alle Teile eines Pausenbrötchens derzeit sind: „Das Brötchen und der Schnittkäse wiesen da mit einem Plus von sieben bzw. 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nur relativ moderate Steigerungen auf, aber Ei (+16,3), Kopfsalat (+17,1), Butter (+20,4), Tomate (+27) und Gurke (+30,3 Prozent) sorgten insgesamt für einen satten Aufschlag.“ Na Prost, Mahlzeit.

Preiserhöhung im Supermarkt: Discounter Aldi zieht Preise an – diese Produkte kosten jetzt mehr

Mittlerweile ist Abend, doch auch hier fallen die Preiserhöhungen ins Gewicht. Man will später was kochen und geht noch schnell in den Supermarkt. Am besten gleich zu Aldi, da kann man Geld sparen. Doch was ist das? War der Honig nicht vergangene Woche noch viel günstiger? Und auch die Marmelade war mal preiswerter. Stimmt, denn Aldi hat am Montag 4. April 2022, wegen der Inflation die Preise angezogen. Würde man die Preise auch auf die Einkaufsliste schreiben, sähe die bei Aldi jetzt so aus:

Preiserhöhung im Supermarkt: Darum kommt es wegen des Ukraine-Konflikts zur Inflation

Die Folgen des Ukraine-Kriegs spüren wir nun deutlich in unseren Geldbeuteln. Der Grund: Politiker verhängen Sanktionen vor allem gegen Putin, wollen die Gaslieferungen aus Russland stoppen. Energie wird knapp und teuer, und somit steigen auch die Produktionskosten für alles, was maschinell hergestellt wird.

Die Ukraine ist außerdem einer der größten Lieferanten für Getreide weltweit. Da sie nicht liefern können, wird Getreide knapp und teuer. Und das wirkt sich auch auf die Fleischpreise (Tiere essen Getreide) und die Preise für Milch und Butter aus. Getreide wird weltweit derzeit so knapp, dass die Preise so rasant steigen, dass Experten eine Hungersnot in Afrika befürchten.

Preiserhöhung im Supermarkt und Handel: Statistik zeigt, wie sehr die Preise in den letzten Monaten gestiegen sind

Um wie viel Prozent Waren, Nahrungsmittel und Miete seit Dezember 2021 teurer geworden sind, zeigt diese Tabelle des Statistischen Bundesamtes:

Dezember 2021Januar 2022Februar 2022März 2022
Gesamtindex5,3 %\t\t4,9 %\t5,1 %7,3 %
Waren7,8 %\t7,2 %7,9 %12,3 %
Energie18,3 %20,5 %22,5 %39,5 %
Nahrungsmittel6,0 %\t\t5,0 %5,3 %\t6,2 %
Miete1,4 %\t1,4 %1,5 %1,5 %

Nochmals in Worten: Die Preise für Waren sind seit Dezember um 2 Prozent gestiegen, die Energiepreise sogar um 20,2 Prozent.

Preiserhöhung im Supermarkt und Handel: Wann wird es wieder günstiger? Wann kommt das Ende der Inflation?

Wie lange die Preise so hoch bleiben, hängt davon ab, wie lange der Krieg noch dauert. Experten schätzen, dass in den nächsten Monaten die Preise sogar noch weiter ansteigen könnten. Der Handelsverband Deutschland geht von zweistelligen Preissteigerungen aus. „Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig“, warnte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in der Neuen Osnabrücker Zeitung..

Viele Verbraucher haben Angst, dass die Preise auch nach dem Krieg hoch bleiben werden. Zumindest Aldi Süd gibt Entwarnung. Wie echo24 berichtet, heißt es vonseiten der Unternehmensgruppe: „Entspannt sich die Situation am Markt wieder, so werden Preisvorteile umgehend in unseren Verkaufspreisen berücksichtigt.“ Und auch Rewe macht seinen Kunden in Bezug auf die teuren Lebensmittelpreise Hoffnung. Ein Sprecher der Supermarktkette betonte, nicht alle Kostensteigerungen der Lieferanten an die Kundinnen und Kunden weitergeben zu wollen. *fr.de, wetterauer-zeitung.de, 24hamburg.de und kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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