Polizeipräsident muss für Party im Rotlichtviertel büßen

Hannover - Christian Grahl ist Präsident der Zentralen Polizeidirektion Hannover. Eine Feier im Rotlichtbezirk der niedersächsischen Landeshauptstadt wird ihm nun zum Verhängnis.

Nach einer Feier im Rotlichtviertel muss der Präsident der Zentralen Polizeidirektion Hannover, Christian Grahl, seinen Posten räumen. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) ordnete am Freitag die Versetzung des Juristen an. Der 55-Jährige wird nun Leiter des Landesbetriebs für Statistik, behält aber sein altes Gehalt.

Grahl hatte am Donnerstag im NDR eingeräumt, dass er im Sommer in einer Bar im Rotlichtviertel in Hannover feierte. Er hatte auch einige junge Polizeikollegen dabei, die zuvor an der Deutschen Polizeimeisterschaft in Leichtathletik teilgenommen hatten.

Die Vorfall ereignete sich im August, der Polizeipräsident hatte bereits einen Tag später selbst dem Minister gebeichtet, wo er am Abend zuvor gefeiert hatte. Erst nach dem öffentlichen Bekanntwerden in dieser Woche zog Minister Schünemann aber Konsequenzen. Dem NDR Fernsehen sagte der Polizeipräsident, der Besuch der Bar sei unüberlegt und ein Fehler gewesen.

Keine Vorbildfunktion mehr

In der Begründung von Schünemanns Ministerium zur Versetzung hieß es, die Entscheidung sei notwendig geworden, weil die Gesamtwürdigung der Umstände ergeben habe, dass Grahl seiner Vorbildfunktion als Leiter der Zentralen Polizeidirektion nicht mehr überzeugend gerecht werden könne.

Das hannoversche Rotlichtviertel am Steintor wird von der Rockergruppe “Hells Angels“ dominiert. Die Polizei kontrolliert dort deswegen seit einiger Zeit deutlich intensiver als früher. Inzwischen ist das Viertel aber auch bei vorwiegend jungen Leuten als Party- und Amüsiermeile angesagt.

Hannovers früherer Polizeipräsident Uwe Binias hatte seine Beamten im vergangen Jahr in einem internen Rundschreiben vor möglichen Interessenskollisionen gewarnt, falls sie privat am Steintor feiern sollten. Der NDR berichtete, in der Vergangenheit seien in Einzelfällen auch normale Polizeibeamte versetzt worden, nachdem sie privat in dem Rotlichtviertel unterwegs waren.

dpa

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