Zu Helloween

Polizeigewerkschaft rät: Besser auf Clowns-Kostüme verzichten

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Die Horror-Clowns haben für viele Schlagzeilen in den vergangenen Tagen gesorgt.

Hannover - Kurz vor Halloween hat der Horror-Clown-Hype aus den USA Deutschland erreicht. Nun rät die Gewerkschaft der Polizei, auf Clowns-Kostüme besser zu verzichten.

Mehr als 370 Vorfälle mit maskierten Angstmachern registrierte die Polizei bis Mittwoch. Für die Gewerkschaft der Polizei ist dieser Spaß am Schock anderer ein Grund zur Sorge: Es müsse deutlich werden, dass dieses Erschrecken „kein Spaß ist, sondern dass sich dahinter schwerste Straftaten verbergen können“, sagt Jörg Radek, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, der Deutschen Presse-Agentur.

Wann macht sich ein maskierter Clown strafbar?

Die Grenzen zwischen Erschrecken und Bedrohen sind fließend. Es ist natürlich so, dass Erschrecken nicht unter Strafe steht, aber wenn damit einhergeht, dass jemand bedroht wird oder sich bedroht fühlt und somit eine Gefahr für sich verspürt, dann ist das unter Strafe gestellt.

Gelten für Halloween oder Karneval Ausnahmen?

Halloween und Karneval sind keine rechtsfreien Räume. Wenn ich mir die letzten Fälle beispielsweise in Berlin anschaue, dass jemand im Reflex den vermeintlichen Angreifer niedersticht, dann ist das mittlerweile eine Eskalation, bei der die Gerichte mit Sicherheit auch keinen Spaß verstehen werden.

Wie sollten sich Opfer verhalten?

Wir sind hier in dem klassischen Bereich der Zivilcourage. Erstmal sollte man Öffentlichkeit herstellen durch Hilferufe. Wenn man jemanden in der Nähe sieht, sollte man die Person direkt ansprechen: „Bitte helfen Sie mir, ich werde bedroht.“ Ich würde auch dazu raten zu flüchten, weil ich ja nicht einschätzen kann, was der Verkleidete wirklich für eine Absicht hat.

Wie kann die Clown-Hysterie beendet werden?

Ein kultureller Ansatz wäre eine Rückbesinnung darauf, wofür eigentlich der 31. Oktober steht. Er steht nicht für Halloween, sondern für den Reformationstag, und das hat wahrhaftig nichts mit den Grusel-Clowns und Schreckenverbreiten zu tun. In diesem Jahr sollte man auf Clowns-Kostüme verzichten. Bedauerlicherweise wird im Schutze dieses Kostüms versucht, Menschen zu beeinträchtigen.

Welche Rolle spielen die Medien dabei?

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits haben wir einige Täter, die so Aufmerksamkeit und Beachtung für ihre Taten finden. Andererseits glaube ich aber auch, dass es eine wichtige Aufgabe der Medien sein kann, wenn sie achtsam damit umgehen, also nicht Tatbeispiele zeigen, sondern aufklärerisch wirken. Es muss deutlich werden, dass dieses Erschrecken der Grusel-Clowns kein Spaß ist, sondern dass sich dahinter schwerste Straftaten verbergen können.

Jörg Radek (56) ist Polizeihauptkommissar und seit 2010 stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Bei der Polizei arbeitet er seit 38 Jahren.

dpa

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