Mit ernstem Hintergrund

Polizei lästert auf Twitter über Helikopter-Eltern - und trifft für viele ins Schwarze

Wenn Kinder überbehütet werden, kann das schädlich für deren Entwicklung sein. Durch eine Angewohnheit riskieren Eltern aber unwissentlich die Gesundheit ihrer Liebsten.

Berlin - Kolonnen von Mama- und Papa-Taxis fahren morgens vor den Schulen vor, Instrumente muss der Nachwuchs mindestens zwei spielen, dazu noch in den Sportverein - und wenn das Essen in der Schulkantine nicht Bio ist, dann wird schnell mal eine Eltern-Petition verfasst. Der Stereotyp der „Helikopter-Eltern“ hat sich längst in der öffentlichen Wahrnehmung festgesetzt. Wie Hubschrauber schwirren sie über den Köpfen der Kleinen und und wollen jeden Schritt kontrollieren.

Nicht selten sind die Vorurteile gegenüber Eltern, die ihren Nachwuchs überbehüten, mehr als ein Klischee. So hat die Zahl der Schüler, die sich alleine auf den Weg zur Schule machen, in den letzten 40 Jahren um fast die Hälfte abgenommen. Und immer mehr Kinder werden mit dem Auto vor die Schule chauffiert. Der Verkehrsclub VCD warnt bereits: Elterntaxis sind gut gemeint, aber gefährlich. Denn: Je mehr Autos im Straßenverkehr unterwegs sind, desto mehr gefährliche Unfälle geschehen.

Die Polizei Berlin hat nun auf Twitter humorvoll auf dieses Problem hingewiesen und dafür viel Zuspruch bekommen.

Bei dem Tweet handelt es sich um ein kurzes Gedicht: „Nur mal schnell in 2. Reihe, nur mal schnell im Parkverbot. Lautes Hupen und Geschreie, schnell noch Saft und Pausenbrot.“ Dazu die Anmerkung: „Viele Eltern bringen ihre Erstklässler mit dem Auto zur Schule. Sicherer ist das für alle zu Fuß.“

Bei vielen Nutzern kam der Beitrag der Polizei gut an. Einer setzt sogar noch eine Schippe drauf: Nicht nur die Erstklässler seien das Problem: „Leider passiert das nicht nur bei den Erstklässlern! In der Schule unserer Tochter ging das bis in die 6. Klasse! Gruselig, diese Eltern, die andauernd am ihr Kind am Rockzipfel haben müssen“, schreibt der User.

Der Weg zu Fuß ist übrigens nicht nur sicherer für die Kleinen - die Bewegung an der frischen Luft tut auch gut und fördert die Konzentrationsfähigkeit. Ergo: bessere Leistungen. Da sollten Helikopter-Eltern hellhörig werden.

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bah

Rubriklistenbild: © dpa

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