Polizei ermittelt nach Demonstration in eigenen Reihen

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Ein screenshot aus dem Youtube-Video, das zeigt, wie Polizisten auf einen Radfahrer losgehen.

Berlin - Nach zwei Kundgebungen am Wochenende in Berlin haben Veranstalter und Teilnehmer das Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten kritisiert.

Die Polizei ermittelt im Anschluss an die Demonstration “Freiheit statt Angst - Stoppt den Überwachungswahn“ vom Samstag wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt in den eigenen Reihen. Das sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa am Sonntag in Berlin.

Ein auf dem Internetportal “Youtube“ veröffentlichtes Video zeigt, wie ein Radfahrer von einem Polizisten am Hemd gezogen und ins Gesicht geschlagen wird. Danach wird der Mann von mehreren Kollegen zu Boden gezerrt und getreten. Mitarbeiter des Landeskriminalamts arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Zwischenfalls, sagte der Polizeisprecher.

An der Echtheit des Videos bestünden keine Zweifel. Problematisch sei aber, dass die Vorgeschichte nicht gezeigt werde. Im Nebentext zum Video heißt es, der Radfahrer wollte Anzeige gegen einen Beamten erstatten, der zuvor einen Freund “unter unfreundlichen Umständen festgesetzt“ hatte.

Ströbele: Polizeieinsatz unverhältnismäßig

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele stellte die Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes bei der Demonstration für Datenschutz infrage. “Die Demo war absolut friedlich, wie es friedlicher nicht hätte sein können“, sagte Ströbele dem Kölner Stadt-Anzeiger (Montag) mit Blick auf das Video. Er habe über mehrere Stunden den Demonstrationszug begleitet, “ohne dass es irgendeine Aggression gegeben hätte“. Auch von der Gewaltszene habe er nichts mitbekommen.

Nach einer Gegenkundgebung zu einer anti-israelischen Demonstration (Al-Quds) in Berlin - ebenfalls am Samstag - beschwerten sich israelische und linke Teilnehmer über das Vorgehen der Polizei gegen sie. Al Quds - der arabische Name für Jerusalem - ist ein gesetzlicher Feiertag im Iran. Die Teilnehmer des Al-Quds-Aufmarsches bestreiten das Existenzrecht Israels.

dpa

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