Piusbrüder erwarten 2000 Besucher bei Priesterweihe

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Männer in Ordenstracht kehren in Zaitzkofen eine Straße vor dem Priesterseminar.

Zaitzkofen - Ungeachtet der anhaltenden Kritik der deutschen Bischöfe und des Vatikans will die umstrittene Piusbruderschaft an diesem Samstag im oberpfälzischen Zaitzkofen drei Priester und drei Diakone weihen.

Zu der Weihe erwartet die ultrakonservative katholische Priesterbruderschaft 1500 bis 2000 Besucher. Der Gottesdienst wird von Bischof Alfonso de Galarreta zelebriert, auch der Generalobere der Piusbrüder, Bischof Bernard Fellay, wird in Zaitzkofen erwartet.

In den vergangenen Wochen hatte die Bruderschaft schon mehrfach die Amtskirche in der Bundesrepublik provoziert. So wurde vor drei Wochen in Fulda eine Kapelle geweiht. Zudem wurden am vergangenen Wochenende in den USA 13 Männer zu Priestern geweiht, im Mai hatte Fellay bereits in Frankreich eine Priesterweihe vorgenommen.

Papst Benedikt XVI. hatte zum Jahresanfang die Exkommunikation von vier Piusbischöfen zurückgenommen. Allerdings hatte der Vatikan später ausdrücklich darauf hingewiesen, Priesterweihen der Piusbrüder seien aus Sicht der katholischen Kirche "nach wie vor" unerlaubt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat die Weihen deshalb als "Affront gegen die Einheit der Kirche" bezeichnet. Die Bruderschaft hat zwar eingeräumt, dass die Priesterweihen kirchenrechtlich nicht zulässig sein. Dennoch wollen die Piusbrüder daran festhalten.

Der Leiter des Priesterseminars in Zaitzkofen, Pater Stefan Frey, machte in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk einen "Notstand" geltend. Er verwies auf den Priestermangel in der Kirche. "Diese neugeweihten Priester anerkennen ganz selbstverständlich wie auch alle anderen Mitglieder der Priesterbruderschaft das Amt des Papstes", betonte Frey nach Angaben des Senders.

Die Piusbruderschaft lehnt weite Teile des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab, sie gilt theologisch und politisch als reaktionär. Gegen den britischen Holocaust-Leugner Richard Williamson, einen der vier Bischöfe der Pius-Brüder, ermittelt die Regensburger Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung. Williamson hatte in einem Fernsehinterview im vergangenen Jahr in Zaitzkofen den Massenmord an den Juden stark relativiert.

dpa

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